Artwalk in Saarbrücken : Der Saarbrücker Artwalk wächst und wächst

Daniel Hahn aka Raks und Alexander Fielitz  haben sich für ihr Gemeinschaftswerk eine besonders große Wand ausgesucht.

Der Saarbrücker Artwalk wächst und wächst. Nach Künstlern aus der Schweiz, Frankreich, Spanien und New York kommen jetzt auch zwei „Lokalhelden“ der Urban-Art-Szene zum Zuge. Daniel Hahn aka Raks und Alexander Fielitz, besser bekannt als Laune, haben sich für ihr Gemeinschaftswerk ein besonders große Wand ausgesucht: Dort wo die Mainzer Straße in Saarbrücken den rauen Charme einer Ausfallstraße entwickelt, mit Häuserreihen, die noch Zahnlücken aus der Kriegszeit aufweisen und mit einer kunterbunten Mischung aus Autohäusern, Reinigungsfirmen und kleinen Hinterhofhandwerksbetrieben belegt sind.

Die Wahl ist kein Zufall, die Lücken sind von Vorteil: Denn nur weil neben dem Haus Nr 183 noch immer eine wild wuchernde Brache ist, ist die rund 25 Meter hohe und zehn Meter breite Seitenwand überhaupt frei und schon aus einiger Entfernung sichtbar. Im zweiten Hinterhof der Nr. 183 haben Raks und Laune außerdem ihr Atelier. Da oben, sagt Laune und zeigt auf ein paar Hinterhofdachfenster, vor denen man einen Korbstuhl ausmachen kann, da hätten sie immer gesessen und sich Gedanken gemacht, wie sie die Wand gestalten wollen.

Seit fast einer Woche stehen Raks und Laune in einem Hubsteiger vor dieser Wand, im höchsten, den Artwalk-Kurator Benjamin Knur auftreiben konnte. Die Beiden kennen sich schon lange, auch von der Kunsthochschule, der HBK Saar. Laune studiert noch, Raks, der auch der diesjährigen Landeskunstausstellung vertreten war, hat sein Studium bereits vor ein paar Jahren abgeschlossen. Schon mehrmals haben sie gemeinsam Wandmalereien realisiert, zum Beispiel am Heizkraftwerk Römerbrücke. Ihr Stil ist verschieden. „Ich male überwiegend figürlich, Raks malt eher grafisch“, sagt Laune. „Doch das ergänzt sich super und wir kommen uns nicht in die Quere“. Und so lässt sich unschwer erraten, wer an der aktuellen Wand welche Partien entworfen hat: die abstrakten, die an Architekturen, Dachterrassen in Schräglage erinnern, stammen von Raks, die riesige Frau im Rock, die einen Stab in Händen hält, hat Laune kreiert.

Doch was tut sie? Stützt sie sich ab? Stochert sie um Untergrund,um etwas zu suchen? Das müssen jeder selbst für sich interpretieren, sagen Raks und Laune und lächeln. Kunst erklären ist nicht ihr Ding.

Gern verraten sie aber ein paar technische Details: Sie malen hier nicht Sprühdosen, sondern mit Rollen und mit ganz gewöhnlicher Fassadenfarbe. „Mindestens 100 Liter werden wir wohl brauchen“, schätzt Laune. Bis Samstagmorgen kann die beiden noch bei der Arbeit beobachten. Der nächste „Local hero“ steht auch schon in den Puschen: ab dem 24. Juli nimmt sich Reso die Musikhochschule vor.