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Armin Rohr, einer der bekanntesten saarländischen Künstler

Atelierbesuch : Während Corona malt er „barocke“ Portäts

Einer der erfolgreichen Künstler im Land: Zu Besuch bei Armin Rohr im KuBa am Eurobahnhof, wo er immer wieder zwischen abstrakt und figürlich wechselt.

Das Atelier von Armin Rohr befindet sich im KuBa, im Kulturzentrum am Eurobahnhof. Und es sieht so aus, wie man sich das Atelier eines Künstlers vorstellt. Auf zwei Tischen stehen Farbflaschen, Pinsel und Stifte eng beieinander, davor liegen einige Kunstbände, an zwei Wänden hängen Zeichnungen, teils gerahmt, teils an die Wand gepinnt, zudem einige kleinere Leinwände.

Sie erinnern allesamt an klassische, barocke Portraits, sind aber wesentlich lockerer, bunter und auch „unfertiger“, skizzenhafter in ihrer Darstellung. „Das sind meine Interpretationen von Gemälden von Pompeo Batoni“, erklärt Armin Rohr. Und dann berichtet er, dass dieser barocke Künstler seine Auftragsarbeiten wie aus einem Katalog aufgebaut hat, die Kunden konnten sich in seinem Atelier die Staffage ihrer Gemälde aussuchen.

So kommt es, dass sich die gleichen antiken Säulen und Versatzstücke in seinen Gemälden wiederholen. „Irgendwie hat mich das fasziniert. Seit dem Beginn der Coronakrise arbeite ich daran, experimentiere immer wieder an den Interpretationen“. Und dann fügt er hinzu, dass er heilfroh ist, dass er keine große Einzelausstellung in diesem Jahr geplant hatte, denn „so eine Ausstellungsvorbereitung kann einen schon mal ein halbes Jahr beschäftigen. Und wenn die Ausstellung dann abgesagt oder verschoben wird, wie jetzt so oft passiert, das kann einen schon fertig machen“.

So kann Armin Rohr in dieser Zeit die Freiheit genießen, einfach für sich zu malen und zu experimentieren. Und derzeit wieder mit einer figürlichen Motivreihe. Denn der bekannte Saarbrücker Künstler wechselt immer wieder mal zwischen abstrakter und figürlicher Darstellung hin und her.

Auch das sieht man seinem Atelier an, denn eine Wand ist komplett mit einem dunklen, abstrakten Werk ausgefüllt, das er angefertigt hat, kurz nachdem er im Jahr 2010 sein Atelier im KuBa bezogen hatte.

Armin Rohr lebt schon lange von seiner freiberuflichen Arbeit, auch wenn er zu Beginn nebenher noch eine andere Tätigkeit ausgeübt hatte. „Ich habe immer viel gezeichnet, jahrzehntelang“, erzählt er von seinen Anfängen. Geboren wurde Armin Rohr in Hemsbach, bei Weinheim, wuchs aber in Saarbrücken auf. Nach dem Abitur und dem Zivildienst überlegte er, was er studieren sollte. Denn eine Kunsthochschule gab es zu der Zeit in Saarbrücken nicht, „also habe ich Grafikdesign studiert“.

Obwohl er mit diesem Studium sein späteres Kunststudium finanzieren konnte, indem er nebenher als Grafikdesigner tätig war, erwähnte er das lange Zeit nicht. „Als ich mich in einer Galerie vorgestellt habe, hieß es damals, ich sei Grafiker“, erklärt er dazu.

Heute hat er mit diesem Studium seinen Frieden gemacht, denn „man lernt zu reden, Aufträge zu akquirieren und sich zu professionalisieren“. Nach einem Aufenthalt in Stuttgart zieht es Armin Rohr nach Saarbrücken zurück, ab 1994 studiert er doch noch an der Hochschule der Bildenden Künste Saar, HBK. „Zu der Zeit hatte ich aber auch schon meine erste Einzelausstellung in der Galerie 48, bei Werner Redzimski“, berichtet er. Dann ging es weiter mit Ausstellungen in Saarlouis und St. Wendel, 1997 erhielt er ein Förderstipendium der Landeshauptstadt Saarbrücken. So rutschte er in die Kunstszene hinein, arbeitete hart und viel, um davon leben zu können. Er wurde Meisterschüler von Professor Bodo Baumgarten, gründete eine Familie und arbeitet seither freiberuflich.

Armin Rohr stellt regelmäßig in Galerien aus, früher in denen von Marlies Hanstein oder Werner Deller, heute ist Benjamin Knur von der Galerie Neuheisel sein Galerist. Darüber hinaus vertrat ihn eine Galerie in Krefeld, und heute arbeitet er auch mit einer Galrie in Bonn. Er nahm an verschiedenen Landeskunstausstellungen teil, stellte 2014 in der Saarländischen Galerie in Berlin aus.

Seit 2003 hat er einen Lehrauftrag an der HBK, den er sehr mag. Er leitet dort den Kurs Aktzeichnen, später kam „urban sketching“ dazu. „Ich habe gerade zu meinen Studierenden gesagt, dass ich von ihnen noch so viel lernen kann“, sagt er lachend. Und dann fügt er noch hinzu: „Dass es bei mir ganz gut läuft, basiert auf Zufällen. Es gibt so viele gute Künstler. Wenn man als Künstler ausstellt oder Werke verkaufen kann, läuft das meistens über Empfehlungen. Da muss man auch Glück haben“.
www.art.arminrohr.de