Bauprojekt Triller: Anwohner fürchten um die „grüne Krone“

Bauprojekt Triller : Anwohner fürchten um die „grüne Krone“

Gegen die Baupläne für den ehemaligen Röchlingspark auf dem Triller macht nun eine Interessengemeinschaft mobil.

Auf dem Triller in Saarbrücken formiert sich Widerstand gegen die Bebauung des ehemaligen Röchlingparks. Dort will die Triller Wohnpark GmbH zwischen den Straßen Trillerweg, Am Triller, Lilienstraße und Nelkenstraße ein Wohngebiet mit zwei- bis fünfgeschossigen Häusern bauen. Das Konzept sieht laut Bebauungsplan 35 bis 40 Wohnungen in mehreren Hausgruppen vor.

Der Stadtrat hat für das erneute Bauprojekt im Februar die Einleitung des Verfahrens beschlossen. Ende Mai wurden in einer gesonderten Veranstaltung die Anwohner über das Projekt und die Pläne informiert. Jetzt haben sie sich zu einer Interessengemeinschaft (Sprecher Joachim Preiß) zusammengeschlossen, die 100 Unterschriften gegen die bisherigen Planungen gesammelt und sie dem Baudezernenten der Stadt, Heiko Lukas, übergeben hat.

Sie monieren, dass die geplante Tiefgarage zu klein „für den wirklichen Bedarf von hochpreisigen Wohnungen“ sei. Was dazu führe, dass sich die bereits angespannte Parksituation noch weiter verschärfe. Zudem sei die Auffahrt wegen Torbreite, Steigung und Kurvenradien für Krankenwagen und Feuerwehrfahrzeuge nicht zu meistern. Sie fürchten Schäden an Straßen und Bürgersteigen durch den Bauverkehr und fordern ein Belastungsgutachten für die Stützmauern im Trillerweg, der Lilienstraße und der Straße Am Triller, da aus ihrer Sicht die Transportlasten beim Bau begrenzt werden müssten, um Schäden an Mauern und Häusern zu vermeiden. Sie erwarten eine Instandsetzung der Straßen nach Abschluss der Arbeiten, lehnen hier jedoch eine Beteiligung an den Kosten über den Straßenbaubeitrag ab. Und sie hoffen auf den Schutz der Bäume auf dem Plateau des Trillers.

In den Stadtratsunterlagen steht: „Planerisches Ziel ist es, die Bebauung dahingehend zu steuern, dass eine übermäßige bauliche Verdichtung in diesem sensiblem Bereich verhindert und die weithin sichtbare ‚grüne Stadtkrone’ des Trillers langfristig erhalten wird.“ Doch gerade hier hegen die Anwohner wegen der geplanten Gebäudehöhe Zweifel und fürchten, dass sich das Stadtbild nachhaltig ändert.

Dabei richtet sich der Unmut nicht gegen das gesamte Projekt, wie einer schriftlichen Stellungnahme der Interessengemeinschaft zu entnehmen ist. Das Areal ist in vier Felder unterteilt. Baufeld eins und zwei sehen eine zweieinhalbstöckige Bauweise im Bereich der Lilienstraße und der Straße Am Triller vor. Im Gegensatz dazu ist für Feld drei und vier am Trillerweg eine „überdimensionale Bebauung mit fünf Wohnblöcken in vier- und fünfeinhalb stöckiger Bauweise“ vorgesehen. Die sich nach Meinung der Interessengemeinschaft nicht in das Umfeld einfügt: „Die vorgeschlagene Bebauung mit einem abgeschlossenen Gelände führt zu einem Ghetto, das in der Bebauung des Trillers ein Fremdköper sein wird und für die Bewohner und Besucher erhebliche Zugangsprobleme birgt.“ Die Höhe der Häuser nehme zudem den Nachbarn im Norden „die restliche Sonneneinstrahlung“ und mindere so die Wohnqualität in unzulässiger Weise.

Architekt Simon Kosiol versprach Ende Mai, dass die teils 15 Meter hohen Wohnhäuser die Baumkronen nicht überragen werden. Außerdem bebaue man nur 15 Prozent und nutze nur 30 Prozent des Areals. Zwar müssten einige Bäume gefällt werden, die „grüne Krone“ bleibe jedoch erhalten.

„Die Stadtverwaltung prüft die Hinweise und Einwände und klärt, inwieweit diese in den Bebauungsplan einfließen können“, erklärt Michaela Kakuk von der Stadtpressestelle. Zurzeit sei man dabei, sich mit den baupolitischen Sprechern der Stadtratsfraktionen und dem Bauausschuss abzustimmen. Auch die Verkehrsuntersuchung sei noch nicht abgeschlossen. „Bisher wurde im Bebauungsplanverfahren die frühzeitige Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung durchgeführt“, sagt Kakuk, der nächste Schritt sei  die Offenlage der Pläne. Monika Kunz, Leiterin des Stadtplanungsamtes, versprach im Mai noch eine zweite Infoveranstaltung. Bis dahin könne man Bedenken schriftlich bei der Stadt einreichen.

Die Verwaltung scheiterte mit bereits zwei Bebauungsplänen für das Areal vor Gericht, weil die den Eigentümern zu wenig bebaubare Fläche zugestanden.