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Bischmisheim
Die Angst vor einem Brandstifter geht um

 . Am vergangenen Sonntag wurde das Auto einer jungen Frau direkt vor der Hauseinfahrt angesteckt.
. Am vergangenen Sonntag wurde das Auto einer jungen Frau direkt vor der Hauseinfahrt angesteckt.
Bischmisheim. In Bischmisheim stehen seit Monaten immer wieder Autos, Wohnwagen und Mülltonnen in Flammen. Die Bürger sind verunsichert. Von Heiko Lehmann

In Bischmisheim treibt seit mehr als einem Jahr ein bislang unbekannter Brandstifter sein Unwesen. In mindestens zehn Fällen wurden Autos, Wohnwagen, Mülltonnen und Baustellencontainer angezündet. „Man fühlt sich einfach nicht mehr sicher. Keiner weiß, was als Nächstes passiert. Meine Frau steht nachts beim kleinsten Geräusch auf und rennt ans Fenster“, sagt ein Bischmisheimer Bürger, der ungenannt bleiben möchte.


Es gibt viele Bischmisheimer, die in Angst leben und sich in ihrer Heimat nicht mehr sicher fühlen. Seinen Namen möchte keiner nennen. Alle haben Angst, dass ihr Auto als Nächstes dran ist. Am vergangenen Sonntag wurde der Wagen einer jungen Frau direkt vor der Hauseinfahrt angesteckt. Das Fahrzeug brannte aus, und die Feuerwehr hatte alle Hände voll damit zu tun, dass die Flammen nicht auf die in der Nähe stehenden Bäume übersprangen. „Es fahren hier oft Autos mit fremden Kennzeichen vorbei. Keiner weiß, was die hier wollen. Das Gefühl der Sicherheit ist einfach nicht mehr da. Die Polizei hat uns aber schon mitgeteilt, dass sie künftig Zivil-Kontrollfahrten unternehmen wird“, sagte die junge Frau.

Auf Nachfrage der Saarbrücker Zeitung bestätigte die Polizei den Verdacht der Brandstiftung bei dem Autobrand vom vergangenen Sonntag. Ende August brannte ein Wohnwagen auf einer Wiese aus. Wie die Polizei mitteilte, war die Ursache nicht festzustellen, denn das sei bei einem völligen Abbrand grundsätzlich sehr schwierig.



Ein Bischmisheimer hat sich alle mutmaßlichen Brandstiftungen im Ort notiert. Los ging es im September 2017, als ein Auto auf dem Parkplatz vor dem Friedhof abbrannte. An Weihnachten 2017 ging ein Baustellencontainer unter der Autobahn-Unterführung in Flammen auf. Es war der größte Brand in dieser Serie. Im Frühjahr dieses Jahres brannte in der Robert-Koch-Straße ein Auto, und Auf der Witz war der erste Wohnwagen betroffen. In der Humes brannte im Mai ein Wohnwagen ab. Anfang August wurde die Dorndorfhütte des Saarwald-Vereins Ziel einer Brandattacke. Der Schaden: 5000 Euro. Bereits im August 2017 wurde versucht, die Grillhütte neben der Dorndorfhütte anzustecken. Doch das dafür verwendete Holz war zu nass. Im September brannte hinter der Schule ein Altpapiercontainer.

Zudem wurden in den Bischmisheimer Straßen mehrere Mülltonnen vor den Häusern anzündet. Menschen kamen bei allen Bränden nicht zu Schaden. „Die Autos und Wohnwagen standen immer in einigermaßen sicherer Entfernung von Häusern. Die Mülltonnen wurden auf die Straße gezogen und dort angesteckt. Man hat den Eindruck, dass der Brandstifter niemanden verletzten möchte. Dennoch ist die Situation für alle Bischmisheimer Besorgnis erregend. Keiner weiß, was als Nächstes passiert“, sagt ein Bischmisheimer.

Auch wenn die Schäden bislang fast alle von Versicherungen übernommen wurden, bleibt die Angst vor der nächsten Tat des bislang unbekannten Brandstifters. Vor allem Bewohner und Betriebe mit leicht entflammbaren Materialien, wie zum Beispiel in der Landwirtschaft, sind in Sorge. Wie die Polizei und Bürger mitteilen, gibt es das Brandstiftungsproblem in den umliegenden Orten, etwa Brebach oder Schafbrücke, nicht.