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Amateurfunker im Saarland senden "Saarhundert" um die Welt

Amateurfunker im Saarland : Das „Saarhundert“ erobert die Welt

Saarländische Amateurfunker haben einzigartige, historische Karten der Saargebietszeit an bislang 62 Nationen versandt.

Die saarländischen Funkamateure haben sich zum „Saarhundert“, dem Jubiläum unseres Bundeslandes, eine ganz besondere Aktion ausgedacht, um den Anlass zu würdigen und das Jubiläum in der ganzen Welt bekannt zu machen. Sie haben bei der Bundesnetzagentur einen besonderen Funknamen beantragt und senden unter der Kennung „DQ100SL“ zu Funkstationen rund um den Globus. Dazu muss man wissen, dass die Funkamateure ihre internationalen Kontakte geradezu sammeln und sich jede erfolgreiche Verbindung mit einer so genannten QSL-Karte quittieren.

Eugen Düpre, der Landesvorsitzende Saar des Deutschen Amateur Radio Clubs, hat seine Funkstation unter dem Dach seines Wohnhauses in Holz, das durch die großen fächerförmigen Antennen unter allen anderen Häusern deutlich hervorsticht. Düpre und seine 800 saarländischen Verbandsmitglieder aus 19 Ortsvereinen funken normal mit streng normierten persönlichen Funkzeichen. Seit Januar funken sie mit „DQ100SL“ und stoßen auf großes internationales Interesse: „Allein im Januar haben wir schon 2000 Kontakte hergestellt. Alle bekommen nun eine QSL-Karte aus dem Saarland“, sagt Düpre, der eine Statistik vorgenommen hat.

Die „Saarhundert“-Kampagne der Amateurfunker bekam Antwort aus allen Ländern Europas, aber auch aus China, Südkorea, Brasilien, Japan, Indien und allein 67 Mal aus den USA. „Ich selbst habe Kontakt nach Neuseeland herstellen können. Die Funkamateure sind hoch interessiert an der Aktion, denn überall werden die QSL-Karten gesammelt und die zum Saarhundert sind etwas ganz Besonderes“, sagt Düpre und verweist auf die Geschichte des Saarlandes, das zwischen 1950 und 1957 ein eigener Staat mit 62 eigenen Amateurfunklizenzen war. Damals seien QSL-Karten mit der saarländischen Landeskennung „9S4“ versendet worden, die heute einmalige zeitgeschichtliche Dokumente seien. Die Karten, die damals noch auf dem Postweg in Umlauf gebracht und natürlich mit Saar-Briefmarken frankiert wurden, trugen das Saarland in alle Welt und zeigten auf Postkartenmotiven die wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Saarlandes und der Städte, in denen die Funkamateure damals wohnten.

Düpre hat eine umfangreiche Sammlung dieser historischen Karten in einem Schuhkarton, sie geben Zeugnis über den Nationalstaat Saarland. Heute würden die Karten elektronisch übermittelt, ein wenig Postkartenromantik sei verlorengegangen. „Aber allein die 2000 QSL-Karten der letzten vier Wochen hätten wir von Hand gar nicht schreiben können“, sagt Düpre und freut sich über das weltweite Interesse der Amateurfunkgemeinde am kleinsten Flächenland Deutschlands. Bis Ende des Jahres rechnet Düpre mit bis zu 15 000 Kontakten auf allen Kontinenten, dann endet die Aktion, und das von der Bundesnetzagentur ausgegebene Sonderrufzeichen verschwindet wieder aus dem Äther.

Für ein Foto setzt sich Düpre dann an seine Funkstation und sofort ploppt eine Kennung aus Japan auf. Wieder sucht ein Funker Kontakt. „Das Signal ist so schwach, es liegt unter dem Rauschen“, sagt Düpre und kommt diesmal nicht zu einem Informationsaustausch. Aber er ist sicher, dass noch tausende Verbindungen stattfinden werden. Bislang haben Funker aus 62 Nationen Karten aus dem Saarland bekommen.

Eugen Düpre, der Landeschef des Deutschen Amateur Radio Clubs, hat seine Funkstation unter dem Dach. Foto: BeckerBredel

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