Nonnen nähten als Dank die Fahne

Altenkessel. Wenn man die Kirche St. Johannes Baptista in Altenkessel betritt, fällt einem direkt die Vereinsfahne des Elisabethenvereins neben dem Altar auf. Das prächtige Stück ist der ganze Stolz des Vereins, da die Mitglieder in ihr eine Verbindung zu ihrer Namenspatronin hergestellt haben

Altenkessel. Wenn man die Kirche St. Johannes Baptista in Altenkessel betritt, fällt einem direkt die Vereinsfahne des Elisabethenvereins neben dem Altar auf. Das prächtige Stück ist der ganze Stolz des Vereins, da die Mitglieder in ihr eine Verbindung zu ihrer Namenspatronin hergestellt haben.Der Verein wurde 1906 gegründet, damit ein Nonnenorden aus Wien, die "Dienerinnen des heiligsten Herzens Jesu", nach Altenkessel kommen konnten. Dort zogen sie in das Kloster in der Nähe der Kirche und wurden mit den Vereinsgeldern unterstützt. Man wollte so in Altenkessel die Pflege der Armen und Kranken fördern, wie es einst Elisabeth von Thüringen tat. Zum Dank nähten die Nonnen dem Verein eine Vereinsfahne in mühevoller Handarbeit. Das Material dafür, wie Stoffe und Garn, bezahlte der Verein. Die Mitglieder durften sich so im Jahre 1930 über eine besonders schöne Fahne freuen, die auch heute noch in einem einwandfreien Zustand ist. "Sie ist noch genauso wie damals, es wurden lediglich vor ein paar Jahren neue Fransen und Aufhänger drangenäht", erzählt uns Birgit Gaußmann, die Vorsitzende des Elisabethenvereins.

Die Vorderseite des edlen Tuches ist aus dunkelrotem Samt gefertigt in deren Mitte die Patronin des Vereins, die Heilige Elisabeth von Thüringen, einem Armen Brot überreicht. Diese Szene ist besonders aufwändig gestickt. Oberhalb und unterhalb dieses Bildnisses stehen in großen, goldenen Lettern die Worte "Heilige Elisabeth, bitte für uns!". In den Ecken der Fahne sind je fünf weiße Rosen aufgestickt, als Symbol der Rosen, die Elisabeth einst aus ihrem Korb holte. Die Rückseite ist aus grobem Leinenstoff gefertigt. Mittig ist das Christusmonogramm "PX" ebenfalls als große, goldene Buchstaben aufgenäht. Darunter sind zwei Palmenzweige und darüber eine rote Krone. "Ich weiß leider nicht, welche Bedeutung die Krone hat, vielleicht steht sie für Elisabeths königliche Abstammung", überlegt die Vorsitzende. Über den Symbolen steht "Elisabethen-Verein", darunter "Altenkessel" und rechts und links die Daten der Vereinsgründung und der Fahnenweihe. Die Fahne kommt auch heute noch zum Einsatz. Sie wird an kirchlichen Feiertagen wie Allerheiligen oder Fronleichnam, auch zur Kirmes, zum Ewiggebet, aber auch zum Totengebet bei der Beerdigung eines der Vereinsmitglieder, getragen. Nicht nur die traditionelle Fahne ist dem Verein wichtig. Birgit Gaußmann betonte ausdrücklich, dass es dem Verein besonders am Herzen liege, den Armen und Kranken von heute zu helfen. Sie organisieren Veranstaltungen wie zum Beispiel Adventsbasare, Weihnachtsfeiern, Martinsfeiern und Fastnachtveranstaltungen. Die Erlöse aus diesen Festen spenden sie für wohltätige Zwecke. Die Mitglieder des Elisabethenvereins unterstützen unter anderem die Lebenshilfe Altenkessel, die Kinderhilfe und auch die Missionsstation der Dienerinnen des kostbaren Blutes Jesu in Südafrika. Außerdem wünscht sich der Verein mehr Mitglieder. "Es wäre sehr schön, wenn noch mehr Frauen zu uns kommen würden", sagt uns die 59-jährige Birgit Gaußmann.