In Altenkessel lässt es sich gut vor Anker gehen

Altenkessel. Voll des Lobes für ihren Heimatstadtteil sind die Altenkesseler, die zum Fototermin der SZ-Aktion "Unser Ort hat viele Gesichter" am Drosselschlag am Ortsrand gekommen sind

Altenkessel. Voll des Lobes für ihren Heimatstadtteil sind die Altenkesseler, die zum Fototermin der SZ-Aktion "Unser Ort hat viele Gesichter" am Drosselschlag am Ortsrand gekommen sind. Elisa und Martina Nikolaus, die selbst noch ein paar Bekannte zum Fototermin zusammengetrommelt hatten, sind tanzbegeistert und engagieren sich für den Karnevalsverein "Die Kesselflicker"."Hier gibt es eine tolle Gemeinschaft, Jung und Alt leben hier in Harmonie zusammen", sagen Tochter und Mutter. Gunter und Luise Plum stammen aus der Eifel. "Ich habe beim Zoll gearbeitet und wurde hierher versetzt", berichtet er. "Wir haben uns hier ein Haus gekauft und leben jetzt schon seit 44 Jahren hier", rechnet sie zurück. Beide fühlen sich von freundlichen Altenkesslern gut aufgenommen, und das Seniorenpaar sagt: "Wir fühlen uns fast schon wie hier geboren und sauwohl." Altenkessel besteht aus den Ortsteilen Großwald, Neudorf, Luisenthaler Glashütte, der Colonie Altenkessel und Rockershausen. Seine Aufwärtsentwicklung im 19. Und 20. Jahrhundert verdankt Altenkessel vor allen Dingen dem industriellen Abbau der Steinkohle in seinem Umkreis. Die Gemeinde entstand als Bergmannssiedlung nach 1852, worauf die Bergmannsembleme hinweisen. Der Schiffsanker steht für den an der Saar gelegenen Ortsteil Rockershausen, während das Ankerkreuz aus dem Wappen von Püttlingen entnommen ist, mit der die Gemeinde bis 1947 in einem Amt zusammengefaßt war und zu der das Gemeindegebiet bis zur Gründung der Gemeinde Altenkessel gehörte. Der Name Altenkessel ist auch mit einem der größten Unglücke im saarländischen Bergbau verknüpft, denn am 7. Februar 1962 geschah unter Altenkessel in der benachbarten Grube Luisenthal das verheerende Grubenunglück mit 299 toten Bergleuten.

Der Verkehrs- und Verschönerungsverein Altenkessel (VVA) kümmert sich unter anderem um das alte Rathaus und veröffentlicht den Altenkessler Anzeiger. Zusammen mit dem Dorffestverein veranstaltet er auch das Altenkessler Dorffest. Dieses Kesseldreiwe ist seit Jahren auch immer wieder ein Fest, bei dem die Kunst hoch gehalten wird.

Im Rathaus gibt es dann jeweils eine Ausstellung, bei der regionale Künstler und eine Schulklasse aus dem Ort ihre Werke ausstellen. Seit 91 Jahren gibt es in Altenkessel einen Theaterverein, der sein Publikum mit Bühnenkunst unterhält. Dieses Jahr gibt das Laienensemble die Klamotte "Amnesie für Fortgeschrittene", die Premiere ist am Samstag, 13. Oktober, ab 19.30 Uhr im Gasthaus La Famiglia in der Alleestraße, es folgen sechs weitere Aufführungen.

Und kaum ist die Zeit des Amateurtheaters vorbei, beginnt die närrische Zeit, auf die sich die Kesselflicker schon jetzt freuen. Die Kesselflicker-Faasenacht endet wie gewohnt am Rosenmontag, wenn die Karnevalisten dem Vorstand des VVA um Robert Docktor die Herrschaft über das Rathaus entreißen. Und dann hat Altenkessel im Herbst noch ein weiteres Großereignis zu bieten. Zum achten Mal sammeln Rockmusiker am Samstag, 13. Oktober, bei einem Benefizkonzert Geld für einen guten Zweck. Dann rocken die Bands Dogsdinner, No Names and Friends, Red Shoes und Magic in der Jahnturnhalle.

Diese Reihe unter dem Motto "Music for Help" ist seit ihrer Premiere im Bürgerhaus Rockershausen so gut angekommen, dass man sich die Karten für die Rocknacht in der Jahnturnhalle lange vorer beschaffen muss.