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Ein Name geht verlorenDie HSG Völklingen tut sich schwer gegen tapfer kämpfende Altenkesseler

Ein Name geht verlorenDie HSG Völklingen tut sich schwer gegen tapfer kämpfende Altenkesseler

Saarbrücken. Der TV Altenkessel - ein Verein, der schon seine Höhen und Tiefen erlebt hat. Die Höhen, dazu gehört die Spielzeit der Herren in der 2. Bundesliga, die heute vor sieben Jahren, am 10. Mai 2003, mit dem Heimspiel gegen die TSG Ossweil endete. Zu den Tiefen zählt mit Sicherheit der aktuelle Abstiegskampf in der Saarlandliga

Saarbrücken. Der TV Altenkessel - ein Verein, der schon seine Höhen und Tiefen erlebt hat. Die Höhen, dazu gehört die Spielzeit der Herren in der 2. Bundesliga, die heute vor sieben Jahren, am 10. Mai 2003, mit dem Heimspiel gegen die TSG Ossweil endete. Zu den Tiefen zählt mit Sicherheit der aktuelle Abstiegskampf in der Saarlandliga. Aber gleich, was Altenkessel schon durchgestanden hat - einen Namen haben sie sich im Saarland gemacht.Und genau diesen Namen - TV Altenkessel - wird es ab der nächsten Saison nicht mehr geben. Ab dann will der TV Altenkessel nämlich im Aktivenbereich eine Spielgemeinschaft mit dem ATSV Saarbrücken gründen, die Handballspielgemeinschaft (HSG) Saarbrücken-West. "Die Gemeinschaft wird nicht wegen unserer momentanen sportlichen Lage entstehen", versichert der Trainer der Herren, Thomas Dillschneider, "der Hintergedanke ist der, dass unsere Jugendgemeinschaft mit dem ATSV sehr gut funktioniert. Das wollen wir im Aktivenbereich fortsetzen."Seit sechs Jahren besteht bereits die Jugendspielgemeinschaft (JSG) Saarbrücken-West, der neben dem TV Altenkessel und dem ATSV Saarbrücken auch die Jugendhandballer aus Burbach und Gersweiler angehören. "Es hat keinen Sinn, die Jugendspieler gemeinsam aufzuziehen und dann nicht weiterhin aktiv zu trainieren", findet Jörn Burkart, der sportliche Leiter des TV Altenkessel. Der Vertrag für die Gemeinschaft, den der TVA aufgesetzt hat, wurde bei der Vorstandsversammlung des ATSV Saarbrücken besprochen, anschließend die Gemeinschaft beim Handballverband Saar (HVS) gemeldet. "Die Vereine in Burbach und Gersweiler sind noch nicht so weit, die haben noch keine Aktiven", begründet Burkart, warum die Gemeinschaft nur mit dem ATSV zustande kommen wird, "wir werden einen größeren Spielerpool haben, ansonsten bleibt mehr oder minder alles beim Alten." Doch auch wenn die Gründung der HSG Saarbrücken-West sportlich gesehen nichts Negatives mit sich bringt, kann Jörn Burkart einen Seufzer nicht unterdrücken. Denn der saarländische Handball-Traditionsverein TV Altenkessel wird nicht mehr existieren. "Das ist schon ein kleiner Wermutstropfen", gibt Burkart zu, "aber der ATSV Saarbrücken ist, was den Handball betrifft, ja auch kein unbeschriebenes Blatt. Die haben immerhin auch schon in der Regionalliga gespielt." Natürlich wird auch der Aufwand innerhalb der Spielgemeinschaft größer. "Wir sind dann organisatorisch nicht mehr allein entscheidungsfähig und müssen in den Gremien immer Rücksprachen halten", erklärt der Abteilungsleiter, "aber man sieht ja bei vielen saarländischen Vereinen wie bei den HF Untere Saar oder der HSG Nordsaar, dass das sehr erfolgreich sein kann." Dafür nimmt der TV Altenkessel eben in Kauf, dass sein Name vorerst von der Bildfläche des saarländischen Handballs verschwinden wird. Zumindest vorerst. "Solche Verträge kann man ja auch wieder auflösen, wenn sie nicht richtig funktionieren", sagt Jörn Burkart, "sie sind ja nicht bis in alle Zeiten eingemeißelt." Saarbrücken. Nahezu unbedrängt setzt Völklingens Marc Schleich am Kreis zum Wurf an. Doch der Keeper des TV Altenkessel, Sven Marquardt, vereitelt die Chance durch eine Glanzparade. Christoph Lebold auf Linksaußen schnappt sich den abprallenden Ball und versenkt in der 15. Minute sicher zur 12:7-Führung der HSG. Über die 60 Minuten können die Favoriten den Vorsprung auch halten und gewinnen mit 30:25 (18:15).Dabei sind die ersten 20 Minuten ein reines Schaulaufen für die Gäste. Gegen die stark abstiegsgefährdeten Saarbrücker hat die HSG kaum Mühen, ein 17:10-Polster herzustellen (Dominic Hawner, 24. Minute). "Danach haben wir uns schwer getan gegen aufopferungsvoll kämpfende Altenkesseler. Man hat gemerkt, dass sie versucht haben, alles zu geben", erkennt der Keeper Dominic Thiery an. Tatsächlich stecken die Gastgeber alle Kraft in ihr kampfbetontes Spiel, zur Halbzeit schrumpft die Führung der HSG auf 18:15. "Wir hatten Respekt, aber keine Angst vor Altenkessel", erklärt Christoph Lebold. Darum können die Völklinger Handballer die Gastgeber auf Abstand halten. Nur in der 42. Minute kommt Altenkessel bis auf zwei Tore ran (21:23 durch Christian Becker), doch die HSG bekommt den Tabellenletzten wieder in Griff. "Es war ein hartes Spiel, weil es für Altenkessel die vorletzte Chance auf den Klassenverbleib war", meint HSG-Trainer Marek Kordowiecki. An die Meisterschaft mag in Völklingen allerdings keiner mehr wirklich glauben. Mit 36:6 Punkten liegt die HSG einen Punkt hinter Tabellenführer HSG Nordsaar, der in der nächsten Woche gegen den TBS Saarbrücken patzen müsste. "Aber der TBS hat zu viele Verletzte", vermutet Kordowiecki, "ich glaube nicht, dass Nordsaar Punkte lässt." cjo