Ein Arzt für die Dritte Welt

Altenkessel. Sechs Wochen lang war Dr. Wolfgang Plathner auf den Philippinen unterwegs, um den Ärmsten der Armen medizinische Hilfe zu leisten. Es war ein Jugendtraum, den sich der Internist aus Altenkessel erfüllte. Seit zwei Jahren ist er im Ruhestand, seine Freizeit wollte er sinnvoll nutzen. Für die Organisation "Ärzte für die Dritte Welt" flog er am 30

Altenkessel. Sechs Wochen lang war Dr. Wolfgang Plathner auf den Philippinen unterwegs, um den Ärmsten der Armen medizinische Hilfe zu leisten. Es war ein Jugendtraum, den sich der Internist aus Altenkessel erfüllte. Seit zwei Jahren ist er im Ruhestand, seine Freizeit wollte er sinnvoll nutzen. Für die Organisation "Ärzte für die Dritte Welt" flog er am 30. September zunächst nach Manila. Von dort aus ging es über Cagayan de Oro auf die Insel Mindanao, die zweitgrößte Insel der Philippinen.Vor 39 Jahren reiste Plathner in einem kleinen Bus über Afghanistan, Pakistan bis nach Kalkutta, zwar als Tourist, aber als Arzt immer bereit zu helfen, dort wo Hilfe gebraucht wurde. Zu sehen, unter welchen Bedingungen die Menschen leben müssen, welche Not dort herrscht, hinterließ bleibende Eindrücke. "Ich wollte mir jetzt meinen Jugendtraum verwirklichen", sagt der Saarbrücker. Also wandte er sich an die Organisation "Ärzte für die Dritte Welt" und fragte nach, wo er helfen kann.

Die Arbeit der Organisation mit Sitz in Frankfurt begann 1983. Sie finanziert sich über Spenden, die Ärzte vor Ort arbeiten kostenlos. In neun Projekten auf den Philippinen, in Indien, Bangladesch, Kenia und Nicaragua kümmern sich Ärzte um die Gesundheit der Menschen, setzten sich für die Prävention von Erkrankungen ein. Im Mittelpunkt steht die Bekämpfung von Armutserkrankungen wie Tuberkulose oder Tropenkrankheiten. Und das gehörte auch zu den Aufgaben von Plathner. Sein Einsatzgebiet lag im Norden der Insel Mindanao.

Mit einem einheimischen Healthworker (Mitarbeiter im Gesundheitswesen), einer Krankenschwester und dem Fahrer fuhr der Saarbrücker mit der "Rolling Clinic" über zum Teil unwegsame und schlammige Straßen zu den Menschen vor Ort. Die "Rolling Clinic" ist ein Landrover, der mit den notwendigsten medizinischen Materialien und Medikamenten ausgestattet ist. Bewusst reiste die Gruppe ausschließlich durch christlich geprägte Gebiete, der Sicherheit wegen. "Wir hatten immer einen Ortskundigen dabei. Die gefährlichen Gebiete blieben außen vor, schließlich war man auf unsere Sicherheit bestens bedacht", sagt der 67-Jährige.

Stethoskop und Blutdruckmessgerät waren ständig im Einsatz, zur Standarduntersuchung gehörten zugleich das Wiegen und Fiebermessen. "In der Mittagspause hielt das Team Vorträge über Hygiene und Familienplanung", erklärt Plathner. Täglich behandelte der Arzt zwischen 80 und 150 Patienten, meist Kinder. "Unsere Patienten waren aber auch Waldarbeiter, die gezeichnet sind von ihrer schweren Arbeit oder Feldarbeiterinnen, die zwölf Stunden am Tag Zuckerrohr schneiden müssen", erzählt der Saarbrücker.

Die Reise war mit Strapazen verbunden, das möchte der Saarländer nicht leugnen. "Dennoch bin ich fasziniert von der Kultur und der Geschichte des Landes, der großen Höflichkeit und Dankbarkeit, die mir von den Menschen entgegen gebracht wurde", sagt er. 19 Stunden alleine dauerte der Flug, jeweils zwei Tage lang, hin und zurück, brauchte er bis zum Einsatzort auf Mindanao. Aber er möchte diese Erfahrung nicht missen, ein zweiter Einsatz mit den Ärzten für die Dritte Welt schließt der Internist nicht aus.