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Saarlandmeisterschaft der Jugend: Balance-Akt auf zwei Rädern

Saarlandmeisterschaft der Jugend : Balance-Akt auf zwei Rädern

Der RVW Altenkessel hat die Saarlandmeisterschaft der Jugend im Kunstrad- fahren ausgerichtet. Starter des Ausrichters gewannen zwei Titel.

Auf dem Papier klingt Kunstradsport schwierig. Sattellenkerstand oder Lenkersitzsteiger – beides Übungen, mit denen der Laie erst mal nichts anfangen kann. Schaut man sich aber ein Turnier wie die Saarlandmeisterschaften der Jugend am vergangenen Sonntag an, werden die Begriffe schnell mit Leben gefüllt. Kinder und Jugendliche stehen auf den Satteln ihrer Fahrräder oder klemmen sich die Lenker zwischen die Beine und drehen sich in unangenehm anmutenden Positionen fünfmal um die eigene Achse. Viel Übung bedarf das – sieht aber äußerst beeindruckend aus.

„Es gibt einfach so viele Sachen, die man ausprobieren kann“, erklärt Emily Köhler die Vorzüge ihres Sports. Die 13-Jährige ergänzt: „Und man kann es sowohl zu zweit als auch alleine machen – je nachdem, worauf man gerade Lust hat.“ Köhler hatte auf beides Lust. Sie startete sowohl alleine in der Disziplin „Einer Schülerinnen“ als auch mit ihrer elfjährigen Vereinspartnerin Greta Jost vom RVT Orscholz in der Disziplin „Zweier Schülerinnen“. Da hier nur ein Paar antrat, ging die Landesmeisterschaft direkt an das Duo, das die deutsche Meisterschaft im kommenden Mai fest anvisiert hat. Die beiden hatten einiges zu bieten. Den Reitsitzsteiger-Schultersitz zum Beispiel, bei dem die 1,40 Meter große Jost auf Köhlers Schultern sitzt. Manche Übungen versuchten sie zum ersten Mal. „Und die neuen Sachen haben richtig gut geklappt“, erklärte Jost.

Nachdem vier Starter ihre Teilnahme an der Saarlandmeisterschaft, die der RVW Altenkessel in der Jahnturnhalle ausrichtete, kurzfristig abgesagt hatten, traten nur noch zehn Athleten an. Darunter Marie Rausch. Die 14-Jährige  saß beim Lenkersitzsteiger auf dem Lenker ihres Fahrrads und platzierte die Füße auf den Pedalen, während sich das Vorderrad in der Luft befand. „Bei einer Übung bin ich gestürzt, das hätte nicht sein müssen“, sagte die dreimalige Saarlandmeisterin vom RVS Eppelborn, die in der Disziplin „Einer Schülerinnen“ mit 43,40 Punkten Platz zwei hinter Emily Köhler (63,30) belegte: „Aber sonst war alles okay.“

Etwas mehr Enthusiasmus legte da Jan Rein an den Tag, einziger Teilnehmer in der Disziplin Einer Junioren U19. Der Altenkesseler kam zwar nicht an seine persönliche Bestleistung von 110,78 Punkten heran – 104,82 Punkte reichten aber für die Qualifikation zum Halbfinale der deutschen Meisterschaft. „Mein Ziel war es, über die 100-Punkte-Marke zu kommen“, sagte Rein: „Und weil die Zeit gegen Ende nicht mehr gereicht hat und ich ein paar Übungen nicht mehr machen konnte, bin ich sehr zufrieden mit der Punktzahl. Das war besser als erwartet.“

Die Paradedisziplin Reins war der Kehrlenkersitzsteiger – hier ist nur das Vorderrad auf dem Boden. Rein saß auf dem Sattel und drehte sich um die eigene Achse. „Die Übung ist schon schwer, hat aber ziemlich gut geklappt“, sagte der Abiturient – und hofft jetzt, ins Finale der deutschen Meisterschaft einzuziehen. Ob er teilnimmt, hängt nicht nur vom Halbfinale ab – auch das Mathematik-Abi wenige Tage nach der Endrunde dürfte eine Rolle spielen.

www.rvwaltenkessel.de