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Vom Pennäler zum Direktor

Alt-Saarbrücken. In den 60er Jahren hat Heinz Paulus selbst die Schulbank im Ludwigsgymnasium gedrückt. 2002 wurde er dann Direktor seiner einstigen Schule. Heute verabschieden ihn Schüler und Kollegen in den Ruhestand. Dörte Grabbert

Dass er irgendwann mal auf der anderen Seite des Tisches im Direktorenzimmer des Alt-Saarbrücker Ludwigsgymnasiums sitzen würde, hat sich Heinz Paulus in der Sexta (1. Klasse des Gymnasiums) nicht träumen lassen. Damals wurde er mehrfach zum Direktor zitiert. "Auch wegen dem Einsatz eines Kartoffelschießgeräts", erzählt Paulus und schmunzelt verschmitzt. Seit zwölf Jahren ist er selbst Direktor des Ludwigsgymnasiums. Heute wird er in seiner Schule mit einer Feier in den Ruhestand verabschiedet. Da schwingt etwas Wehmut mit.

"Ich habe ein Drittel meines bisherigen Lebens hier verbracht", erzählt Paulus. 1966 legte er am damaligen reinen Jungengymnasium sein Abitur ab, studierte dann Englisch, Französisch und Spanisch auf Lehramt, war Referendar an der Marienschule gleich gegenüber und dann von 1976 bis 2002 Lehrer am Illtalgymnasium in Illingen. Und gleichzeitig Fachlehrer für Spanisch, also Mentor für Referendare.

Als 2002 ein Direktor für das Ludwigsgymnasium gesucht wurde, zögerte er nicht lange. Und hat es nie bereut. "Die zwölf Jahre waren richtig schön. Es war ein Privileg, an dieser 410 Jahre alten Schule Direktor zu sein. Ich bin dankbar dafür", gerät Paulus ins Schwärmen.

Abschiedsschmerz empfindet er aber noch nicht. Dafür hat er gerade gar keine Zeit. "In so einer stressigen Phase vor den Sommerferien denkt man an so was gar nicht." Und doch: "Den täglichen Umgang mit jungen Leuten, mit wertvollen und interessanten Kollegen, die Vielfalt der Meinungen und kulturellen Hintergründe - das werde ich sehr vermissen." Aber, wie Paulus sagt, "alles im Leben hat seine Zeit."

Und ein Großteil seiner Zeit verbringt Paulus künftig mit seiner Frau auf Reisen. "Ich freue mich darauf, mich mit Menschen in ihrer Sprache zu unterhalten und in ihre Welt einzutauchen." Die ersten Reisen gehen nach China und danach in Paulus Lieblingsland: nach Spanien.