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Brandkatastrophe
Vier Tote in Saarbrücker Mehrfamilienhaus: Frau (38) angeklagt

Beim Brand in einem Wohnhaus in Saarbrücken im Dezember 2017 kamen vier Menschen ums Leben. Jetzt wurde die mutmaßliche Verantwortliche für das Feuer angeklagt.
Beim Brand in einem Wohnhaus in Saarbrücken im Dezember 2017 kamen vier Menschen ums Leben. Jetzt wurde die mutmaßliche Verantwortliche für das Feuer angeklagt. FOTO: Peter Stefan Herbst
Alt-Saarbrücken. Die Vorwürfe wiegen schwer: Demnach soll eine Drogenabhängige schuld daran sein, dass vier Menschen bei einem Hausbrand umkamen. Die Ermittlungen richten sich zudem gegen den Hausbesitzer und Behörde. Von Matthias Zimmermann
Matthias Zimmermann

Wegen Brandstiftung mit Todesfolge hat die Saarbrücker Staatsanwaltschaft eine Frau angeklagt, die für den Tod von vier Menschen verantwortlich gemacht wird. Demnach soll sie im Dezember Feuer in ihrer Wohnung eines Mehrfamilienhauses an der Saaruferstraße gelegt haben. Durch den Rauch starben vier Mitbewohner. Die Drogenabhängige rannte nach Schilderung eines Staatsanwaltssprechers aus dem Haus und ließ den Flammen freien Lauf. Dramatische Szenen spielten sich darauf am 3. Dezember ab. Vier Bewohner erstickten in ihren Wohnungen oder auf der Flucht durchs verqualmte Treppenhaus. Ein Mann verletzte sich schwer beim Sprung aus der dritten Etage. Feuerwehrleute wurden bei ihrem Einsatz ebenso verletzt. Rund 500 000 Euro Schaden entstand. Die Angeschuldigte sitzt seit dem 4. Dezember im Zweibrücker Gefängnis in Untersuchungshaft.


Des Weiteren soll ein Gutachten ergeben haben, dass es zu Verstößen gegen die Brandschutzvorschriften gekommen war. Deshalb laufen staatsanwaltschaftliche Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen den Hauseigentümer, Verantwortliche der Bauaufsichtsbehörde, den früheren Bauherrn sowie den Architekten.