Umfeld der Ludwigskirche wird attraktiver

Stadtverwaltung informierte den Bezirksrat Mitte über die geplanten Investitionen im Rahmen des Projektes „Barock trifft Moderne“.

Eine Woche vor Weihnachten 2015 war er wohl das schönste Geschenk für die Landeshauptstadt: Denn da kam der Zuwendungsbescheid über rund vier Millionen Euro für das Projekt "Barock trifft Moderne" vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung beim Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung. Bis Ende 2018 müssen die einzelnen Bauprojekte abgeschlossen sein. Zeit also für die Verwaltung, den politischen Gremien die Pläne für das vorzustellen, was sich vor allem im unteren Alt-Saarbrücken tun soll. Und genau das machte das Team um Mathias Kurz am Donnerstag im Bezirksrat Mitte. Die Achse Ludwigskirche, Friedenskirche, Wilhelm-Heinrich-Straße samt der Stengelanlage und die Achse Ludwigskirche, Schloss stehen dabei für den Barock, die kreuzende Eisenbahnstraße für die Moderne. Mehr als die Hälfte des Förderbetrages, nämlich 2,1 Millionen Euro, stehen für Maßnahmen im öffentlichen Raum zur Verfügung, anderthalb Millionen für die Ludwigskirche, 325 000 Euro für die Friedenskirche und 375 000 Euro für die Stengelanlage.

Die Umgestaltungsarbeiten betreffen vorrangig die Flächen zwischen Ludwigsplatz und Friedenskirche an der Eisenbahnstraße und Wilhelm-Heinrichstraße. Zur Stärkung und besseren Wahrnehmung des Barock-Ensembles Ludwigskirche, Ludwigsplatz und Friedenskirche soll auf Länge des Ludwigsplatzes in der Eisenbahnstraße eine Mittelinsel mit barrierefreiem Übergang eingebaut werden. Der Einbau der Mittelinsel bedingt eine Verringerung der Fahrspuren auf der Länge der gesamten Insel, bietet aber dadurch den Vorteil einer großzügigen Flächenerweiterung an der Friedenskirche und vor den Kolonnaden. Die Mittelinsel findet im oberen Bereich der Eisenbahnstraße Richtung Vorstadtstraße ihre Anbindung an die vorhandene baumbestandene Mittelinsel. Auf den Verkehrsknotenpunkt in Richtung Wilhelm-Heinrich-Brücke sollen sich diese Maßnahmen nicht auswirken. Wie Verkehrsplaner Christoph Kreis anhand einer Simulation vorführte, würde die Leistung aller betroffenen Verkehrsknotenpunkte nicht beeinträchtigt. Die straßenbegleitende Baumreihe an der Eisenbahnstraße wird durch jeweils acht zweireihig gepflanzte kandelaberförmig geschnittene Platanen ersetzt. Aus den historischen Unterlagen ist bekannt, dass zwei Kopfbauten ursprünglich den Ludwigsplatz fassten. Die neuen Baumkarrees bilden diese Kanten raumwirksam nach.

Dem Treppenabgang zur Ludwigskirche sind heute zwei Treppenstufen aufwärts vorgeschaltet. Diese sollen künftig abgetragen werden, damit die Kirche in Gänze, bis zum Sockelfuß aus Blickrichtung Wilhelm-Heinrich-Straße erfasst werden kann. Die vorhandenen beiden Stelen und die Gedenktafel verbleiben an gleichem Standort.

Die Sandsteinplatten, die durch geschnittenes Großsteinpflaster ersetzt werden sollen, werden für die Fehlstellen der seitlichen Brüstungen wiederverwendet, sofern dies möglich ist. Ein barrierefreier Zugang zum Ludwigsplatz wird über die bereits vorhandene, seitliche Rampe zwischen baumbestandenem Podest und Stengelanlage gewährleistet. Die Brunnen in der Stengelanlage sollen nicht neu gebaut, aber mit neuer Technik reaktiviert werden.

Die Bezirksratsmitglieder sorgten sich schon jetzt um die Sauberkeit in der dann attraktiveren Anlage. So äußerte Hermann-Josef Anton, (CDU) den Wunsch, eine moderne Toilettenanlage zu integrieren. Die könnte ja, wie die von Bezirksbürgermeisterin Christa Piper geleitete Versammlung herausarbeitete, an der Stelle der Wetterstation stehen, die viele Ratsmitglieder für unschön halten. Um das Umfeld der Friedenskirche generell attraktiver zu gestalten und autofreie Freiflächen zu generieren, sollen die Wilhelm-Heinrich-Straße, der Zufahrtsbereich zur Löwengasse und die Flächen um den Glockenturm niveaugleich ausgebaut werden.

Eine weitere wichtige Änderung betrifft die Einfahrt der Kepplerstaße in die Vorstadtstraße, wo Fußgängerampeln den Passanten das Überqueren der belebten Straßen erleichtern sollen. So geschaltet, dass sie gleichzeitig nicht für Stau sorgen.