Diskussion um Bebauungsplan: Triller: Stadt will Änderungen am Baukonzept

Diskussion um Bebauungsplan : Triller: Stadt will Änderungen am Baukonzept

Dezernent Lukas setzt sich dafür ein, dass Mehrfamilienhäuser niedriger werden. Ein Bebauungsplan sei aber sehr wichtig.

Viergeschossige Häuser genau dort, wo früher die Röchlingvilla stand: Davor graut den direkten Anwohnern am Triller in Alt-Saarbrücken. Und sie fürchten sich während der Bauphase vor lautem Lkw-Verkehr auf Straßen, die nach ihrer Ansicht gar nicht für Laster geeignet seien. Diese Bedenken machten sie kürzlich während einer Bürgerversammlung deutlich. Und das hat Verwaltung und Politik ins Grübeln gebracht.

Die Grünen-Fraktion im Stadtrat hat beim Bebauungsplan für den Röchlingpark „weiteren Redebedarf“. Und Baudezernent Heiko Lukas verhandelt nach eigenen Worten mit dem Investor, der Triller Wohnpark GmbH, über Änderungen an dem Konzept. Die will auf dem Gelände zwölf Häuser bauen, 44 Wohnungen unterschiedlicher Größe sollen dort entstehen (die SZ berichtete). Lukas drängt jetzt darauf, dass die geplanten Tiefgaragen der Mehrfamilienhäuser komplett in die Erde kommen und nicht zu zwei Dritteln herausragen, wie in den aktuellen Plänen vorgesehen. So würden die Häuser insgesamt niedriger. Außerdem solle der Investor prüfen, ob er in dem umstrittenen Baufeld mit drei Mehrfamilienhäusern auf ein weiteres Geschoss verzichtet. Diese Prüfung habe er zugesagt, berichtet Lukas.

Nach seiner Ansicht ist es sehr wichtig, dass der Stadtrat einen Bebauungsplan beschließt. Nur dann könne die Stadt mit dem Investor einen Vertrag schließen, auf die städtebauliche Qualität Einfluss nehmen und festlegen, dass die künftigen Haus- und Wohnungseigentümer für die Pflege der Bäume zuständig sind und was sie im Detail dafür tun müssen, erklärt Monika Kunz, Leiterin des Stadtplanungsamts. Der Investor werde diese Verpflichtung für die Baumpflege an die Käufer weitergeben.

Ohne Bebauungsplan könnte das Gelände nach Paragraf 34 Baugesetzbuch bebaut werden. Kunz: „Dann bleiben nicht viele Bäume übrig. Es gäbe viele einzelne Bauherren. Das wäre die schlechteste Lösung.“ Zwar müssten sich die Häuser an die Umgebung anpassen. Aber die Parzellen könnten je nach den Wünschen der einzelnen Bauherren bebaut werden. Nach dem Konzept des Investors würden jetzt große Teile des Baumbestandes erhalten, sagt Kunz. Wenn es keinen Bebauungsplan gibt, würden statt rund 10 000 Quadratmeter bis zu 16 000 Quadratmeter bebaut werden, schätzt Dezernent Heiko Lukas. Ein weiterer wichtiger Punkt, dem der Investor zugestimmt habe: Wenn Anwohner während der Bauphase Schäden an ihren Häusern reklamieren, müsse der Investor nachweisen, dass er sie nicht verursacht hat. Das nennt man Beweissicherungsverfahren.

Ein weiteres Problem ist nach Ansicht der Anwohner der Baustellenverkehr. Die Grünen fordern in einer Pressemitteilung, die Verwaltung müsse unter anderem das „Problem mit den Fremdparkern“ lösen, also Bürgern, die dort ihre Autos abstellen, aber keine Anwohner sind. Die Stadt sei verpflichtet, den Interessen der Anwohner und des Investors Rechnung zu tragen. In der Parkplatz-Frage arbeite das Ordnungsamt an einer Lösung, sagt Kunz. Nach einem Verkehrsgutachten sollen die Lkw über den Lerchesflurweg zu den einzelnen Baufeldern fahren.

Trotz der Bedenken der Anwohner plädiert Günther Karcher, baupolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, dafür, einen Bebauungsplan zu beschließen, wenn es Nachbesserungen an dem Konzept gibt. Hier nennt er die Tiefgaragen und den Erhalt der Bäume. Ohne Bebauungsplan habe die Verwaltung keinen Einfluss mehr auf die Bebauung, erklärt Karcher.

Gestern sollte der Investor in nicht-öffentlicher Sitzung im Bauausschuss den Fraktionen Rede und Antwort stehen. Der Ausschuss empfahl dem Stadtrat, in der Sitzung nächste Woche die Offenlage des Bebauungsplans zu beschließen. Gleichzeitig sollen zwei umstrittene Häuser niedriger werden, teilte die Verwaltung mit.

Es ist bereits der dritte Bebauungsplan-Entwurf der Verwaltung. Sie hatte zuvor zweimal einen Rechtsstreit vor dem Oberverwaltungsgericht Saarlouis gegen die Eigentümergemeinschaft verloren. Das Gericht hatte entschieden, dass das Grundstück bebaut werden darf, sagt die Stadt. In einer Urteilsbegründung erklärte das Gericht 2013 unter anderem, dass es im Umfeld, zum Beispiel im Trillerweg und in der Narzissenstraße, etliche Mehrfamilienhäuser gibt und „Terrassenhausbebauung“ im Trillerweg und Am Triller. „Der Stadtrat hat somit eine unzutreffende Bebauungsstruktur zugrunde gelegt“, heißt es in dem Urteil. Die Interessengemeinschaft der Anwohner hatte kritisiert, die geplante Bebauung würde nicht zu den vielen Ein- und Zweifamilienhäusern am Triller passen.