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Belebung der Eisenbahnstraße
Neuer Laden will die Eisenbahnstraße beleben

Neueröffnung  der „Tante Guerilla“ in der Eisenbahnstraße Saarbrücken: Geschäftsführer Jürgen Mißbach zeigt Sarah-Ann Gläser ein T-Shirt.
Neueröffnung  der „Tante Guerilla“ in der Eisenbahnstraße Saarbrücken: Geschäftsführer Jürgen Mißbach zeigt Sarah-Ann Gläser ein T-Shirt. FOTO: Iris Maria Maurer
Saarbrücken. Vor vier Wochen hat die „Tante Guerilla“ im Luisenviertel eröffnet und bietet fair gehandelte Textilien an, die man dort  bedrucken lassen kann. Von Jörg Wingertszahn

Cola und Limo gibt’s auch, aber darum geht es nicht vordergründig bei der „Tante Guerilla“. Die Getränke sind on top, obendrauf. Sie sollen die Kunden zum Verweilen, Schauen und Plaudern einladen, was man in der Sitzecke unter meterhohen Palmen mit den rustikalen Sitzmöbeln auch gut machen kann.


Die Tante Guerilla hat ein ganz eigenes Warenangebot: Textilien, Schuhe, Kappen und – Skateboards. „Die Textilien sind alle fair hergestellt und gehandelt. Die kommen von einer Firma in Berlin. Wir in Saarbrücken veredeln dann die Stoffe mit Aufnähern oder bedrucken sie“, sagt Geschäftsführer Jürgen Mißbach.

Der Laden ruhe auf drei Säulen, sagt der 41-Jährige, der aus Tholey stammt. Da ist zum einen der Online-Shop, dann die eigene Modelinie „Bars“ und zum Dritten die Veredelung von Textilien für Vereine, Gastronomiebetriebe oder Musikbands wie „Southern Caravan Press“ oder „Skafield“. Darüber hinaus bedruckt das Team der Tante Guerilla aber auch Flaggen und Banner.

Zwei fest angestellte Mitarbeiter und eine Aushilfe schmeißen den Laden in Saarbrücken, in St. Wendel, dem „Stammsitz“ der „Tante Guerilla“, sind es neben Jürgen Mißbach eine Auszubildende und eine Aushilfe. Mit einem Online-Shop hat er 2003 angefangen, seit elf Jahren gibt es die „Tante Guerilla“ in St. Wendel.

Vor vier Wochen hat der Laden in der Eisenbahnstraße eröffnet. „Meistens sind unsere Kunden zwischen 20 und 50 Jahre alt“, sagt der Geschäftsführer. Erstmal sei man dabei, sich einzurichten, künftig will man aber mit einer Veranstaltung pro Monat Leben ins Viertel bringen und natürlich auch Kunden anlocken. „Wir versuchen, uns einzubringen. Ich bin sicher, dass man etwas für das Viertel machen kann. Es wäre schön, wenn sich noch mehr Geschäfte ansiedeln würden“, sagt Mißbach.



Auch eine Zusammenarbeit unter den Händlern im Viertel würde ihn interessieren. Wie auch eine Kooperation mit den Kunstschaffenden im nahe gelegenen Garelly-Haus, schließlich sei er ein Freund von Vernetzung. „Wir wollen Hand in Hand etwas voranbringen“, sagt der Mann mit dem Vollbart und den bunten Tattoos an seinen Armen.

Seinen Laden versteht er nicht nur als Einkaufsshop, sondern auch als Treffpunkt, wo man Kaffee trinken, verweilen und Plaudern kann. „Die Kunden sollen sich hier wohlfühlen und gerne auch länger bleiben. Niemand soll sich zum Kauf genötigt fühlen. Man kann sich hier auch einfach mal zwanglos treffen“, sagt Mißbach.

Er unterstützt auch ein  Skater-Team mit drei jungen Leuten, die er mit seiner Truppe ausrüstet. Ebenso wie einige BMX-Fahrer.

Bleibt noch die Auflösung eines Rätsels. Woher kommt der Name „Tante Guerilla“? „Der ist aus einer Laune heraus entstanden, beim Rumalbern. Und jetzt ist daraus ein Firmenname geworden“, sagt Mißbach und lacht.