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Kunstprojekt in der Schlosskirche
Vor den Fürsten von der Freiheit singen

Bernd Reutler konzipiert das Projekt „Viva la libertá“. Passend zum Thema hat er die Schlosskirche als Aufführungsort gewählt.
Bernd Reutler konzipiert das Projekt „Viva la libertá“. Passend zum Thema hat er die Schlosskirche als Aufführungsort gewählt. FOTO: dominik vogelgesang
Saarbrücken. „Die Kunst ist die Tochter der Freiheit“ lautet das Motto der Sommermusik. Dazu hat Bernd Reutler ein Projekt konzipiert, das am 27. September aufgeführt wird. Von Nicole Baronsky-Ottmann

Da hat sich Bernd Reutler wieder einmal etwas ganz Besonderes ausgedacht. Passend zum diesjährigen Motto der Saarbrücker Sommermusik „Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit“ wird er sein Musiktheaterstück „Viva la libertá“ am Donnerstag, 27. September, in der Saarbrücker Schlosskirche aufführen.


„Es werden Arien aus den Opern von Wolfgang Amadeus Mozart vorgetragen, die den Gedanken der Freiheit transportieren“, erzählt Reutler. Und davon gibt es einige. Denn für ihn, den ehemaligen Opernregisseur, ist es ganz klar, dass Wolfgang Amadeus Mozart in Paris vor der Revolution freiheitliches Gedankengut aufgenommen hat, sich auch deswegen drei Jahre später aus der „Salzburger Sklaverei“ und der engen Bindung des Vaters befreit hat und nach Wien gezogen ist. Dort hat er dann innerhalb eines Jahrzehnts die Opern geschrieben, in denen der Freiheitsgedanke eine Rolle spielt.

„Dieser Gedanke war für ihn ganz wichtig. Er spielt eine große Rolle in den Opern, egal ob das eine politische, oder sogar eine erotische Freiheit war“, erläutert Bernd Reutler. Daher werden an dem Abend Arien aus „Figaro“, „Don Giovanni“ und „Cosi fan tutte“ zu hören sein.



Schon im letzten Semester haben die Studierenden Olga Stern, Leonie Volle, Johannes Kruse, Antonio di Martino und Sebastian Gros von der Hochschule für Musik Saar aus der Gesangsklasse von Professor Frank Wörner begonnen, sich auf den Abend vorzubereiten.

Und zwischen den Arien werden die Schauspieler Gerrit Bernstein, Peter Tiefenbrunner und Bernd Reutler selbst verschiedene Szenen aus dem Leben Mozarts darbieten. „Aber ich werde auch Friedrich Schiller zitieren, denn auch bei ihm findet sich der Freiheitsgedanke“, ergänzt Bernd Reutler.

Das Besondere an dem Abend wird der Schauplatz sein. Denn der ehemalige Opernregisseur hat sich die Saarbrücker Schlosskirche als Kulisse aussuchen dürfen, die mit ihren barocken Skulpturen den kirchlich-fürstlichen Rahmen abgibt. „In der Kirche befinden sich die Gräber der letzten Grafen und des Fürsten Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken“, erklärt Reutler. Diese barocken Grabskulpturen repräsentieren das „ancien régime“. „Daher werden die Texte und Lieder einen Kontrapunkt zu den Figuren bilden“, schwärmt er. Und dann verrät er noch, dass der Beleuchter Dominik Vogelgesang eine Videoinstallation zeigen wird, die auf das Grab des Fürsten Wilhelm Heinrich projiziert wird. „Das Material kenne ich noch nicht. Das bringt er aus Bayreuth mit“, sagt er und macht damit weiter auf das Musiktheaterstück neugierig.