Investor will Häuser im Park bauen

Die Stadt hat einen Bebauungsplan für den Röchlingpark aufgestellt. Die Verwaltung will den Bau mehrerer Häuser zulassen, hat aber auch den Naturschutz im Blick. Die Bürger sollen ausführlich informiert werden.

Im Röchlingpark in Alt-Saarbrücken will ein Investor Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäuser bauen, gleichzeitig sollen so viele Bäume wie möglich erhalten werden. Diesen Kompromiss hat die Verwaltung mit der LBS Immobilien GmbH ausgehandelt. Beide Seiten stellten jetzt der SZ den Bebauungsplan-Entwurf vor, der diese Woche im Bauausschuss und am 7. Februar im Stadtrat beraten wird. Er war bereits auf der Tagesordnung des Bezirksrats Mitte.

Die LBS ist nicht Eigentümerin des Geländes, sondern die Triller Wohnpark GmbH in St. Wendel. Die habe das Areal von einer Eigentümergemeinschaft bereits gekauft, sagte Markus Ehm, Geschäftsführer der LBS Immobilien GmbH, der den Investor berät. 13 Häuser sollen auf dem Gelände entstehen: acht Ein- bis Zweifamilienhäuser, drei Mehrfamilienhäuser und zwei Stadtvillen, erklärte Ehm. An diesem Plan könne sich im Laufe des Verfahrens noch etwas ändern. Einige Häuser sollen zwei Geschosse, die größten fünf Geschosse haben und die Gebäude um die Bäume gruppiert werden. Ob trotzdem Bäume gefällt werden müssen, konnte Baudezernent Heiko Lukas noch nicht sagen.

Er erklärte, der Gestaltungsbeirat, in dem auch die Fraktionen mit am Tisch sitzen, habe sich mit dem Konzept der Architekten ausführlich befasst. Lukas stellte klar: "Es muss ein Konzept aus einem Guss und die Qualität der Bebauung gewahrt sein."

Ein einheitliches Erscheinungsbild ist ihm sehr wichtig. Deshalb würden die Details der Bebauung, aber auch die Pflege des Parks, in einem Vertrag mit dem Investor geregelt. Die Triller Wohnpark GmbH hat nach SZ-Informationen drei geschäftsführende Gesellschafter, die bhk Architekten kommen aus Saarlouis.

Die Bebauung des Röchlingparks war in der Vergangenheit sehr umstritten. Die Verwaltung hatte für das Areal zweimal einen Bebauungsplan aufgestellt. Zunächst wollte sie fast gar keine Bebauung zulassen, im zweiten Anlauf wies sie zwar mehr Baufelder aus, doch das reichte der Eigentümergemeinschaft nicht.

Sie siegte in beiden Verfahren vor dem Oberverwaltungsgericht Saarlouis. In dem 19 000 Quadratmeter großen Park stand früher die Röchlingvilla, die im Zweiten Weltkrieg so stark beschädigt wurde, dass in den 50er Jahren der Abriss folgte. Unter Denkmalschutz stehen die Kapelle, ein Gartenhaus und die Mauer mit Gitter, heißt es in der Bezirksratsvorlage.

Das alte „Teehaus“ steht unter Denkmalschutz. Fotos: Becker&Bredel.

Lukas und Kunz versicherten, mit der Aufstellung des Bebauungsplans beginne das Verfahren erst. Die Bürger sollen spätestens im zweiten Quartal während einer Versammlung über die Pläne ausführlich informiert werden. Anschließend werden diese offengelegt. Als letzter Schritt würde der Stadtrat eine Satzung für den Röchlingpark beschließen.