Hier blüht der Zauber des Barocks

Seine geschichtlichen Wurzeln reichen noch bis ins 17. Jahrhundert. Liebhaber hat dieses lauschige Fleckchen Alt-Saarbrücken bis heute. Auf kleinem Raum vereint der Schlossgarten Blühendes mit Architektur.

Auf einer Gartenbank döst ein Spaziergänger. Vier Touristen sitzen im Schatten und lachen. Eine junge Frau im langen, weißen Kleid lässt sich fotografieren. Selbst an einem heißen Nachmittag ist der Saarbrücker Schlossgarten nicht verwaist.

Im Schatten der alten Kastanie, neben dem kleinen Wasserbecken mit Fontäne, umgeben von gelben Taglilien, Rosmarin und Thymian, rosa Malven, Hortensien, zart duftenden Rosen und Lavendel, lässt es sich gut entspannen. Dazu trägt die Architektur des Gartens bei. Denn so rudimentär der Schlossgarten heute nur noch erhalten ist, er ist nie langweilig. Aufgrund der Gartenteile, Terrassen, Treppen und Absätze, hat der Besucher immer neue, spannende Ansichten.

Früher war das nicht anders. Bereits 1697 ließ Gräfin Eleonore Clara einen barocken Schlossgarten anlegen. Vier mit ornamentalen Mustern besetzte Blumenbeete und ein kreisrunder Springbrunnen waren damals bereits Elemente der barocken Gartenausstattung. Unter Fürst Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken wurde der Garten vergrößert.

Sein Baumeister Friedrich Joachim Stengel schreckte nicht davor zurück, Teile des Schlossfelsens sprengen zu lassen und die Saar zu verlegen, um ihn zu erweitern. Der Garten wurde 1761 bis in die Höhe der heutigen Zähringerstraße verlängert. Darin fanden sich typische Elemente der barocken Gartengestaltung wie ovale Beete, Broderien, in der Sichtachse zum Schloss ein Becken mit einer Fontäne, dahinter ein Kanal. Von der Pracht des Schlossgartens des 18. Jahrhunderts ist zwar nicht die Größe geblieben, wohl aber die barocke Anmutung, die bei der Erneuerung des Gartens im Jahr 2000 wieder stärker betont wurde. Auch heute unterteilen Treppen den Schlossgarten in Terrassen. Und die Gartensegmente sind unterschiedlich gestaltet. Besonders auffällig ist das flache Beet, Parterre de broderie genannt, das aus niedrigen, in barocken Rocaille-Formen gepflanzten Buchs hecken, weißem Kies und roten Begonien besteht. Dahinter wurde im Sommer 2014 ein Kräutergarten angelegt, in dem Heilpflanzen wachsen, die der Botaniker und Arzt Hieronymus Bock schon 1550 im Kräutergarten der Saarbrücker Burg anpflanzte. Aber es gibt noch andere Elemente im Schlossgarten zu entdecken, die ihn schmücken, und selbst im Winter den Reiz des Gartens ausmachen. Die Treppe bewachen zwei Sphingen, in Stein gemeißelte Löwen mit Frauenkopf. Sie sind wie die Putten Kopien barocker Originale. Beliebt als Fotomotiv ist der kleine Pavillon, zur Saar hin gelegen. Bereits 1875 wurde die leichte Holzkonstruktion angefertigt, die aber 1959, dem Vorbild folgend, erneuert werden musste.

Wenige Meter daneben steht sogar eine preußische Kanone, die aus dem Jahr 1864 stammt und ein Geschenk des preußischen Kriegsministeriums war.