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Fußball: Beim ATSV rollt wieder der Ball – und gleich soll der Titel her

Fußball : Beim ATSV rollt wieder der Ball – und gleich soll der Titel her

Der Saarbrücker Traditionsverein hat wieder eine Aktiven-Mannschaft gemeldet. Trainer Schuh sagt: „Wir sind so gut, dass wir Meister machen wollen.“

Der ATSV Saarbrücken ist zurück auf der saarländischen Fußball-Bühne. An diesem Sonntag um 14 Uhr bestreitet der Traditionsverein bei der SG St. Nikolaus in der Kreisliga A Warndt sein erstes Aktiven-Spiel seit zwei Jahren. „Viele Leute im Verein sind sehr engagiert. Wir wollen hier etwas Nachhaltiges aufbauen und den Alt-Saarbrücker Menschen die Möglichkeit geben, Fußball zu spielen“, sagt Jochen Six, der Sportdirektor des ATSV.

Die Fußball-Abteilung des Clubs lag einige Jahre am Boden. Vor zwei Jahren wurde ein letzter Versuch gestartet und eine Mannschaft aus Flüchtlingen aufgebaut. Da allerdings keiner Deutsch sprach, scheiterten letztlich das Integrations- und das Fußball-Projekt.

Der Zufall wollte es nun, dass Pascal Schuh, ehemaliger Meistertrainer von Saar 05 Saarbrücken, einen Tapetenwechsel im Fußball suchte, und dass er Ulas Celik, ehemaliger Oberliga-Spieler und ATSVler, fand. Sie hatten zu Beginn des Jahres die Idee, das Fußball-Projekt beim ATSV wieder aufleben zu lassen. „Ich kenne Ulas schon lange, und es war von vornherein klar, dass wir beim ATSV etwas aufbauen wollen. Das ging alles ganz schnell, einfach und unkompliziert“, erklärt Trainer Schuh. Er und Celik rannten bei der Vereinsführung des ATSV Saarbrücken offene Türen ein.

Sofort waren viele Mitglieder bereit, mitzuhelfen und die Fußballabteilung wieder aufleben zu lassen. Beziehungsweise die Aktiven-Abteilung, denn im Nachwuchsfußball läuft es beim ATSV.

Passenderweise hat die Stadt Saarbrücken in diesem Sommer den Rasenplatz auf der Bellevue runderneuert. Am kommendem Montag darf die Mannschaft zum ersten Mal darauf trainieren. Die Vorbereitung absolvierte sie auf dem Rasenplatz des SV Schafbrücke. Welche Anziehungskraft der ATSV damals wie heute hat, zeigt sich an den Spielern, die zurückkamen. Umut Taskiran und Daniel Klein sind zwei weitere ehemalige Oberliga-Spieler, die helfen wollen. Hinzu kommen viele junge und gute Kicker, so dass Trainer Schuh aus dem Saisonziel im ersten Jahr des Wiederaufbaus kein Geheimnis macht. „Wir sind so gut, dass wir Meister werden wollen“, sagt er.

In den kommenden Jahren bekommt der ATSV Saarbrücken zusätzlich noch einen neuen Kunstrasenplatz und eine Leichtathletik-Anlage. „Unsere Zukunft bestimmen unsere Mitglieder. Wir bieten Fußball als Breitensport an. Klar wollen wir Spiele gewinnen, aber unsere erste Aufgabe ist es, Fußball in Alt-Saarbrücken anzubieten. Bei uns wird kein Geld gezahlt – und das wird, zumindest solange ich dabei bin, auch so bleiben“, sagt Jochen Six, der neben seiner Funktion als Sportdirektor der Fußball-Abteilung auch Platzwart und Kassierer im Hauptverein ist. Er erklärt: „Wenn es mit unseren Spielern vielleicht nur bis zur Bezirksliga reicht, dann ist es eben so. Wir werden kein Geld für Spieler ausgeben, und einer von uns muss dann plötzlich den Verein wechseln, weil er keine Möglichkeit mehr hat, bei uns zu spielen. Wir wollen eine neue Ära einleiten.“