Bau weckt Gemeinschaftsgeist

Baustellen bringen zwar Dreck und Krach, sind für Kinder aber spannend. Und sie können dazu beitragen, dass auch die Erwachsenen näher zusammenrücken. Ein schönes Beispiel ist die Totalsanierung der Kinderstätte auf der Folsterhöhe.

Für die größeren Kinder ist die Baustelle in der Kinderstätte Heilig Kreuz auf der Folsterhöhe ein Abenteuer, könnte ruhig noch länger dauern als bis Herbst. Die Verantwortlichen um Leiterin Wiebke Konstroffer sind froh, dass es 40 Jahre nach Gründung der Einrichtung zur Totalsanierung kommt, die dann aber hoffentlich beendet sein wird. Abgesehen von kleinen Widrigkeiten, die es bei jedem Großprojekt gibt, laufen die Arbeiten zügig und qualitätvoll. Für das Leben in der Pfarrei St. Jakob bedeutet der Umbau ein Abenteuer. Es ist nahezu tägliches Improvisieren nötig. So sind manche Räume lediglich über einen Zeltgang erreichbar. Die Planken sind immerhin mit rotem Filz ausgelegt - mit etwas Fantasie fühlt man sich wie ein Star auf dem roten Teppich!

Der Kindergarten, der mit 25 pädagogischen Fachkräften in sieben Gruppen 134 Kinder bis sechs Jahre betreut, ist während der Bauphase notdürftig in den Räumen des Pfarrheimes Heilig-Kreuz untergebracht. Das geht auch zu Lasten der örtlichen Vereine, die hier üblicherweise ihre Veranstaltungen haben und zu Gunsten des Kindergartens zurückstehen. "Dechant Benedikt Welter erlaubt sogar, dass die Kinder in der Kirche tanzen und Sport treiben", begeistert sich Alexandra Moser vom Elternausschuss über den Zusammenhalt im Quartier Folsterhöhe.

Der Bau hat Gemeinschaftsgeist geweckt. Übrigens auch bei Sponsoren aus ganz Alt-Saarbrücken und darüber hinaus. Die Baukosten werden von Land, Stadt, Bistum und Pfarrei getragen, dennoch fehlt es der Kinderstätte, die von der Kita gGmbH Saarland geleitet wird, an etlichen Dingen.

So sind durch die lange Nutzung oder den Umzug einige Spiel-Hochebenen aus Holz unbrauchbar geworden. Solch ein Teil kostet im Fachhandel 6000 Euro. Die Neue Arbeit Saar lieferte eines zu ermäßigten Lohn- und Materialkosten. Fünf weitere benötigt man noch. Alexandra Moser und etliche Mitstreiter putzen regelrecht Klinken bei potenziellen Sponsoren aus Kaufmannschaft und Handwerkern, um zu Gunsten des Fördervereins Heilig Kreuz Geld- und Sachspenden zu akquirieren. So werden Sitzmöbel sowie Kommoden und Schränke zur Aufbewahrung von pädagogischen Mitteln gebraucht.

Die Kinderstätte verfolgt ein pädagogisches Konzept der "natürlichen Erziehung zur Lebenstüchtigkeit". Dazu gehört der weitgehende Verzicht auf konsumfertiges Spielzeug. In diesem Haus wird viel musiziert, gesungen und getanzt. Wenn nicht benötigtes Spielzeug gespendet wird, geben es die Folsterhöher für kleines Geld weiter oder tauschen es. So viel Flexibilität muss sein.

Kontakt: Tel. (06 81) 5 65 70.