Architekten kritisieren Baupläne am Ex-Ministerium

Die Architektenkammer zeigt sich nicht zufrieden, wie der Umbau des Geländes des ehemaligen Kultusministeriums vonstatten geht. Angesichts der sehr konkreten Baupläne müsse der Stadtrat Architekten und Bürger einbinden.

Nach der Diskussion über einen städtebaulichen Ideenwettbewerb für den Bereich rund um das ehemalige Kultusministerium im unteren Alt-Saarbrücken (SZ vom 16. September) hat die Architektenkammer (AKS) ihre Forderung nach einem städtebaulichen Wettbewerb erneuert. Zudem, das schreibt sie in einer Pressemitteilung, sehe sie die Stadt in der Pflicht, rasch einen Bebauungsplan für das Areal aufzustellen, um eine geordnete Bauleitplanung zu gewährleisten.

In Anbetracht der bereits sehr konkreten Baupläne der Handwerkskammer für ein Bildungszentrum (HWK) mit einem Investitionsvolumen von 40 Millionen Euro sei der Stadtrat nun in der Pflicht.

"Beim Pingusson-Areal geht es nicht nur um die Nutzungsvorhaben einzelner Institutionen wie Handwerkskammer und Hochschule für Technik und Wirtschaft, sondern auch um die Interessen der Menschen, die in diesem Quartier leben", betont Thomas Hepp, Vertreter der Stadtplaner im Vorstand der Architektenkammer. Daher sei die Auslobung eines städtebaulichen Ideenwettbewerbs unbedingt erforderlich. Auch AKS-Präsident Heiko Lukas hält die Bürgerbeteiligung für unverzichtbar: "Architektur und Städtebau werden immer stärker durch öffentliche Diskussions- und Beteiligungsprozesse begleitet. Das öffentliche Interesse an der städtebaulichen Entwicklung ist gerade in Alt-Saarbrücken stark ausgeprägt."

Stadtplanung und Architektur könnten nur dann erfolgreich vorangebracht werden, wenn die Betroffenen am Kommunikationsprozess beteiligt würden, so Lukas.

Die Gesprächsreihe zum Pingusson-Areal in Alt-Saarbrücken will die Architektenkammer fortsetzen. Sie plant einen "Runden Tisch Pingusson-Areal" mit Stadtplanungsamt, Stadtrat, Land, HWK und HTW.