Alina Nesterova ist erfolgreiche Bodybuilderin aus Saarbrücken

Bodybuilding : Saarbrückerin hat mit Kraftsport Erfolg

Die 26-jährige Alina Nesterova hat ihre Passion für Kraftsport zum Beruf gemacht und bereits erste Preise gewonnen.

„Fitness kann wie eine Droge sein“, sagt Alina Nesterova. „Ich hatte erst drei Monate trainiert, da wollte ich schon auf die Bühne. Das war immer mein Traum.“ Diesen Traum hat Nesterova vergangenes Jahr wahr gemacht. Im September ist sie bei ihrem ersten Bodybuilding-Wettbewerb angetreten. Fünf Wettkämpfe hat sie in der sechsmonatigen Saison absolviert. Und dabei als Neuling Erfolge gefeiert: Bei einem Wettkampf in Luxemburg wurde sie Champion, bei den deutschen Meisterschaften reichte es für den dritten Platz.

Geld verdienen die Athleten auf regionaler Ebene aber noch nicht. „Hier ist es nur ein teures Hobby. Man bekommt Pokale, wird bekannter und sammelt Erfahrung“, erklärt Nesterova. Allein von Bodybuilding leben, das gehe nur, wenn man international erfolgreich ist und an Europa- und Weltmeisterschaften teilnimmt. Nesterova tritt in der sogenannten Bikini-Fitness-Klasse an. Hier bewertet die Jury vor allem symmetrische Körperform, Proportionen und Ästhetik. Eine feminine, sportliche Gesamterscheinung sei wichtig, erklärt sie. Zu viele Muskeln und zu viel Härte (also sehr wenig Körperfett und viel Definition) könnten in ihrer Klasse sogar schlechter bewertet werden.

Angefangen hat es bei der Bodybuilderin mit ganz normalem Training. Darin hat sie dann ihre Leidenschaft gefunden: „Wenn man Bodybuilding mit dem Herzen macht, ist es nicht schwer. Für mich ist es mein Leben, mein Lifestyle“, sagt Nesterova. Die 26-Jährige kommt ursprünglich aus der Ukraine und lebt seit vier Jahren in Saarbrücken. In Kiew arbeitete sie noch als Floristin.

Diesen Beruf hängte sie im Saarland dann an den Nagel. Parallel zum „teuren Hobby“ Bodybuilding arbeitet sie als Personal Trainer sowohl aktiv mit Kunden vor Ort im Fitnessstudio als auch online. Daneben hat sie einen Sponsor, für dessen Produkte sie auf Instagram auf dem Kanal „alinka_fit1“ wirbt. Dort postet Nesterova Rezepte für fitnessgerechtes Essen und zeigt ihren Followern ihr Training. 36 000 Menschen folgen ihr auf der Social-Media-Plattform. Weil sie trotzdem noch so viel Freizeit habe, arbeitet sie auch noch in einem Modegeschäft. Das sei vor allem aufgrund der Abwechslung gut. „Wenn man sich einzig und allein mit Sport beschäftigt, kann es leicht passieren, dass man die Motivation verliert“, erklärt Nesterova.

Damit habe sie persönlich aber meistens kein Problem, im Gegenteil: Sieben Mal pro Woche zu trainieren, sei für sie nicht schwer. „Training ist heute so normal wie Zähneputzen für mich“, sagt die Bodybuilderin und lächelt. Um die Gefahr von Übertraining zu vermeiden, beschränke sie sich aber normalerweise auf vier bis fünf Trainingseinheiten pro Woche. Abwechselnd werden dann jeweils Ober- und Unterkörper trainiert. Auf die Frage, ob das Fitnessstudio durch Beruf und Hobby nicht eher zum persönlichen Wohnzimmer geworden sei, lacht Nesterova: „Es ist wirklich meine zweite Wohnung mittlerweile.“

Hartes Training ist aber nur eine Komponente des Erfolgs beim Bodybuilding. Die andere, die mindestens genauso wichtig ist, ist die richtige Ernährung. Und die fällt auch der Saarbrückerin ab und zu schwer. Während und vor den Wettkampfphasen esse sie komplett „clean“, erklärt Nesterova. Das heißt viel Gemüse, Reis, Kartoffeln, Hähnchen, Fisch oder Milchprodukte – aber alles ohne oder mit möglichst wenig Fett. Auch viel Salz dürfe an dem Essen nicht dran sein. „Klar wird das eintönig mit der Zeit“, gibt die Bodybuilderin zu. Vor allem Süßigkeiten vermisse sie während der Wettkampfzeit. Im Endeffekt sei das aber alles Gewöhnungssache: „Man isst eben nicht mehr aus Spaß, sondern nur, um seine Ziele zu erreichen.“ Außerhalb der Wettkampfphasen verzichtet sie aber nicht komplett auf Pizza, Süßigkeiten und andere nicht cleane Nahrungsmittel. Etwas Spaß am Essen ist dann also auch für eine Bodybuilderin in Ordnung.

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