Alena Gerlach erlebt ein spannendes FSJ im Staatstheater Saarbrücken

Menschen im Regionalverband : Die ganze Welt ist Bühne

Alena Gerlach aus Saarbrücken absolviert beim Saarländischen Staatstheater ihr Freiwilliges Soziales Jahr.

Im Großen Haus des Staatstheaters ist immer was los. Zuschauerrinnen und Zuschauer bekommen davon jedoch häufig nichts mit. Die Solisten proben für den nächsten Auftritt, die Kostümbildner haben eine Anprobe, und irgendwo im Großen Haus findet immer irgendeine Sitzung statt. Hinter jeder Tür – und davon gibt es im Großen Haus ganz schön viele – spielt sich etwas anderes ab. Manchmal wirkt es alles ein wenig chaotisch.

„Kreatives Chaos“ nennt Alena Gerlach das. Die 19-Jährige macht derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) mit Schwerpunkt Kultur in der Dramaturgie. Für ihre Arbeit während der Spielzeit von August bis Juli erhält sie ein Taschengeld. Sie ist oft bei irgendeiner Sitzung zu finden, wo sie das Protokoll schreibt – eine typische Praktikantenarbeit.

Doch ein FSJ ist mehr, als den ganzen Tag im Büro zu sitzen und Hilfsarbeiten auszuführen. Etwa die Hälfte des Tages verbringt Gerlach in ihrem Büro, das sie mit einer Dramaturgin teilt. Die restliche Zeit ist sie unterwegs: Sie hat in der Regie der Komödie „Der Streit“ hospitiert, beim Performance-Projekt der Sparte 4 der Regie assistiert und beim Stück „Minna von Barnhelm“ im Großen Haus eine Dramaturgieassistenz absolviert. Ihre Aufgaben waren beispielsweise die Begleitung von Proben oder Recherchearbeit. Oft hilft sie da, wo gerade etwas anfällt. Einen großen Teil ihrer Arbeit macht auch das Lesen von Texten aus, um den geschichtlichen Hintergrund der Stücke zu verstehen und ihr Wissensspektrum zu erweitern. Ihr bereitet die Arbeit große Freude, wie sie sagt.

Seit ihrem 15. Lebensjahr steht Alena Gerlach selbst auf der Bühne. Sie ist mittlerweile in ihrer vierten Spielzeit Teil des Jungen Ensembles des Staatstheaters. Am 27. April stehen sie und die anderen Jugendlichen mit der Premiere des Stückes „Ich, Ikone“ wieder auf der Bühne, diesmal in der Alten Feuerwache am Landwehrplatz. „Ich verbringe, seit ich Teil des Jungen Ensembles bin, sehr viel Zeit im Theater“, erzählt sie lächelnd. Sie sagt auch, dass sie sich eigentlich schon immer für Theater interessiert habe. Sie und ihre Mutter sind damals fast jede Woche im Theater im Schloss gewesen. Auch die Kinderstücke der Naturbühne Gräfinthal hat sie oft besucht, manchmal auch mit Freunden.

Das vorgeschriebene Betriebspraktikum machte sie dann am Theater Überzwerg in St. Arnual, dem Kinder- und Jugendtheater der Landeshauptstadt. Durch ihr Engagement beim Jungen Ensemble und der Lust, professionell Theater zu machen, ist sie dann auf die Idee gekommen dort ein FSJ zu absolvieren. „Es ist schon etwas anderes, ob man im Jugendclub seine Freizeit verbringt oder als FSJlerin jeden Tag den Alltag am Theater mitbekommt“, ergänzt Alena Gerlach. Sie ist sehr froh darüber, nach dem Abitur diese Pause eingelegt zu haben – allein, um mehr Zeit für ihre Studienwahl zu haben. Denn welches Fach sie belegen möchte, darüber ist sie sich noch nicht sicher.

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