Die Kultursaison in Saargemünd : Chanson-Freunde pilgern nach Saargemünd

Die Kultur-Saison bei unseren französischen Nachbarn bringt mit Adamo und Thomas Fersen zwei große Sänger in die Region.

In Deutschland verbindet man Salvatore Adamo vor allem mit einem Schlager: „Es geht eine Träne auf Reisen“ sang der aus Sizilien stammende Belgier 1968 und wurde damit auch hierzulande schlagartig bekannt.

Doch Adamo kann auch anders. Er komponierte, schrieb und interpretierte im Laufe seiner Karriere über 800 Chansons mit durchaus anspruchsvollen Texten, weshalb man ihn in Frankreich als einen Großen des Chansons verehrt.

75 Jahre alt wird Adamo in einigen Wochen, hat in diesem Jahr mit „Si vous savez“ sein 25. Album veröffentlicht – und geht noch immer auf Tour. Am 9.Februar 2019 kommt er zum Konzert nach Saargemünd.

Wer ihn sehen will, sollte mit der Kartenbestellung nicht zu lange warten, rät der Saargemünder Kulturamtsleiter Hervé Atamaniuk, denn die Plätze im Saal des Hôtel de Ville würden schon knapp. Die Saison Culturelle 2018/2019 der Stadt Saargemünd hat gerade begonnen.

Unter den 25 Veranstaltungen, die das Saargemünder Kulturamt für die kommende Saison programmiert hat, sind so einige interessante. Am 18. Januar etwa tritt Thomas Fersen auf, einer der Begründer der „nouvelle chanson française“. Erstmals in seiner Karriere ist er allein mit seinem Piano auf Tournee.

Mit Cali war gerade ein weiterer bekannter Vertreter der jüngeren Chanson-Generation zu Gast. Und am 8. März, in der „Hommage an Jean Ferrat“, geht es nicht nur die Chansons des 2010 verstorbenen Sängers und Komponisten, auch um sein Leben. Während Josette Jagot, begleitet von zwei Musikern, singt, übernimmt der Dichter Guy Thomas, über 40 Jahre mit Ferrat befreundet und sein Textschreiber, das Erzählen.

Als ganz heißen Tipp empfiehlt Kulturamtsleiter Atamaniuk ein weiteres Konzert, ganz ohne Sänger. Was „Fred le Siffleur“ am 19. November zusammen mit einem Streichquartett aufführe, sei „einfach unbeschreiblich“, schwärmt Atamaniuk.

Fred Radix, wie er heißt, ist nämlich ein Kunstpfeifer: Mühelos intoniert er klassische Werke von Mozart über Bizet bis hin Satie und versteht sich auch auf Humor. Wo er hinkomme, fülle er Säle und die Presse jubele, sagt Atamaniuk.

Wer französisch versteht, dem bietet Saargemünd auch etliche Theateraufführungen. So zeigt etwa das Ensemble Stanislas in der Regie von Charles Tordjman am 22. Januar eine Bühnenfassung von Robert Bobers wunderbarem Roman „Quoi de neuf sur la guerre? (Was gibt‘s Neues vom Krieg)“.

Zum Festival „Mir rede Platt“ im Frühjahr präsentiert man als grenzüberschreitende Koproduktion Theater in Deutsch, Französisch und Dialekt.

Der Sänger Adamo ist auch in Deutschland ein Star.

Infos und Karten: www.sarreguemines.fr/de/kultur.html