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Achtlos weggeworfene Schutzmasken im Regionalverband Saarbrücken

Kostenpflichtiger Inhalt: Schutzmasken-Entsorgung in Saarbrücken : Erst vorm Mund, dann im Müll

Schutzmasken sind richtig zu entsorgen. Doch achtlos weggeworfene Exemplare landen in Riegelsberg wie in Saarbrücken auch auf dem Boden.

Wir müssen uns wohl an eine neue Abkürzung gewöhnen: MNB für Mund-Nase-Bedeckung. Seit 27. April ist im Saarland das Tragen einer Schutzmaske Pflicht, zumindest in Bussen und Bahnen und beim Einkaufen in Geschäften. Aber wohin mit getragenen oder beschädigten Masken, die nicht weiter nutzbar sind? „In den Restmüll, das ist ganz klar“, antwortet Marianne Lehmann, Leiterin der Stabsstelle Kommunikation beim Entsorgungsverband Saar.

Der EVS betont weiter: „Die Entsorgung aller im privaten Haushalt anfallenden Abfälle, die eventuell mit dem Corona-Virus (SARS-CoV-2) kontaminiert sein könnten, soll ausschließlich über den Restabfall (Graue Tonne) erfolgen. Diese Abfälle sollen keinem anderen Sammelsystem (zum Beispiel Biotonne, Papiercontainer/-tonne oder Gelber Sack) zugeführt werden.“ Außerdem dürften diese Abfälle nicht lose in die Graue Tonne gefüllt werden, sie seien vielmehr zu sammeln in „stabilen, reißfesten, feuchtigkeitsbeständigen und dichten Behältnissen“, etwa in Folienbeuteln, Plastik- oder Mülltüten.

Seit Tagen werden in unserer Region aber immer mehr achtlos weggeworfene Masken gesichtet, sei es an einer Bushaltestelle in Riegelsberg oder in einem Saarbrücker Rinnstein. Werden ausrangierte  Mund-Nase-Bedeckungen also zum neuen Müllproblem im öffentlichen Raum? „Bei der Stadtreinigung ist uns das noch nicht so negativ aufgefallen“, berichtet Judith Pirrot, Sprecherin des Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetriebes (ZKE) in Saarbrücken. Sicher, die ZKE-Mitarbeiter müssten auch die ein oder andere Maske einsammeln, aber das halte sich bisher in Grenzen, sei bei weitem kein Massenphänomen wie weggeschnippte Zigarettenkippen. Pirrot: „Die sind weiter das Problem Nummer eins.“

Auf SZ-Anfrage hat Stadtwerke-Pressesprecherin Ulrike Reimann nachgehört, wie es in den Bussen und Bahnen der Saarbahn GmbH und an Haltestellen mit illegal entsorgten Schutzmasken aussieht. Reimanns Auskunft: „Nach Angaben der Reinigungsfirma ist das noch kein großes Problem.“

Ähnlich klingt die Antwort aus dem Sulzbacher Rathaus. „Bei uns kein Problem“, informiert Elmar Müller von der Pressestelle der Stadt. Müller ergänzt: „Die Mitarbeiter der Stadtreinigung säubern täglich die Containerstandorte und leeren die Papierkörbe im gesamten Stadtgebiet. Dass vermehrt Atem- und Mundschutz weggeworfen wird, konnten sie bisher nicht feststellen.“

Wie stellt sich die Situation in Völklingen dar? „Ich bin viel in der Stadt unterwegs, aber achtlos weggeworfene Masken sind mir bislang noch gar nicht aufgefallen“, berichtet Ulf Hoffmann, Leiter des Fachbereiches 4 in der Verwaltung, in dessen Zuständigkeit die Stadtreinigung fällt.  Und Hoffmann fügt hinzu: „Auch unsere Mitarbeiter haben das bisher nicht als Problem gemeldet.“