1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Landeshauptstadt

69 Arbeiten von Helmut Butzbach in der Galerie am Staden

Gernot Neuheisel zeigt : Ein Maler, zu Lebzeiten zu wenig gewürdigt

Die Galerie am Staden zeigt eine umfangreiche Ausstellung des Werkes von Helmut Butzbach.

Derzeit hat man in Saarbrücken die Möglichkeit, einen verstorbenen saarländischen Künstler wieder- oder neu zu entdecken. Je nachdem. Gernot Neuheisel zeigt in seiner Galerie am Staden noch bis zum 27. April insgesamt 69 Werke (!) von Helmut Butzbach.

Die Arbeiten stammen aus dem Nachlass des 2016 verstorbenen Künstlers, der 1938 in Neunkirchen geboren wurde, mit 14 Jahren schon an der Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken studierte, der für viele aber vor allem einer der charakterbildenden „Typen“ des Nauwieser Viertels war. Dass er auch ein großer Zeichner, Beobachter und Künstler gewesen ist, war wohl nicht jedem bekannt.

Sein Talent erlaubte Butzbach,  schon in den späten 1950er Jahren ein Stipendium für einen Kurs an Oskar Kokoschkas Sommerakademie in Salzburg zu ergattern. Einige der Blätter, die in diesem Kurs entstanden sind, werden in der Galerie am Staden gezeigt. Und schon hier sieht man, dass es Helmut Butzbach ganz leicht gelingt, die Posen und Haltungen der Modelle mit viel Aquarellfarbe und einem lockeren Pinselstrich wiederzugeben.

Dabei kam Helmut Butzbach anscheinend ganz ohne Vorzeichnung aus. Auch auf Konturen verzichtete der saarländische Künstler, was diesen Aquarellen eine ganz besondere Leichtigkeit verleiht. Diese Technik, das lockere Skizzieren mit viel Farbe und ohne Kontur, übte er auch später in der Landschaft aus.

Ein Blatt, das 1983 im Saarbrücker Schlossgarten entstanden ist, zeugt davon. Hier hat Helmut Butzbach mit wilden, bunten, über- und durcheinander gelagerten Pinselstrichen Pflanzen und Architektur eingefangen, angedeutet, verfremdet. Die Farben leuchten, die Natur wuchert, die Architektur gibt den Halt im Hintergrund. Bei Helmut Butzbach wird der angelegte Garten zu einem Stück Dschungel.

Aber Butzbach war auch ein guter Zeichner mit geübtem Auge. Überall skizzierte er seine Umwelt, im Nauwieser Viertel, am Staden oder in Alt-Saarbrücken, und gerne auch mit einem einfachen Tuschestift. Hier tritt dann der genau gegenteilige Effekt auf, denn in diesen Blättern hat Helmut Butzbach auf alle Farben und Schattierungen verzichtet, konzentriert sich ganz auf die Linie, den Strich, die Kontur.

Neben Saarbrücker Stadtansichten fertigte er so auch Zeichnungen von Charakterköpfen an und vom Innenleben des Nauwieser Viertels. Zuletzt sind auch vier großformatige Gemälde in der Ausstellung zu sehen. Und diese Gemälde haben wieder einen ganz anderen Reiz. Denn sie sind farblich dunkler, undifferenzierter. Untergründe und Motive gehen ineinander über, nur mühsam scheinen sich die Motive, menschliche Figuren, aus den Farbnebeln herauszuschälen. Auch hier verzichtet der Künstler auf Konturen, die die Motive klar hervortreten lassen.

Diese vielschichtigen, nebulösen Gemälde vollenden die Ausstellung und das Werk von Helmut Butzbach, zeigen, dass hier ein Künstler in verschiedenen Techniken und Stilen sich ausdrücken und beeindrucken konnte. Einer, der zu  Lebenszeiten wahrscheinlich viel zu wenig gewürdigt wurde. Ein Dank an den Galeristen, der ihm diese Ehre jetzt erweist.

Die Ausstellung in der Galerie am Staden geht bis 27. April. Sie ist Dienstag, Mittwoch und Freitag von 15 bis 19 Uhr sowie Donnerstag und Samstag von 9 bis 13 Uhr geöffnet.
www.galerie-am-staden.de