Jubiläum : Bis unters Dach ist hier Musik drin

Vor 65 Jahren wurde die Musikschule Saarbrücken, noch als Verein, gegründet. Das Jubiläum wird im Herbst groß gefeiert.

Es begann vor 65 Jahren. Da gründete sich in Saarbrücken ein kleiner Verein mit dem großem Ziel, möglichst vielen Kindern professionellen Musikunterricht zuteil werden zu lassen. Eine alte Villa in der Feldmannstraße, deren Dielen manchmal lauter knarrten als die Geigen klangen, war das Quartier. Noch bis vor 20 Jahren war dort das Zuhause der heute städtischen Musikschule.

Kein Vergleich dazu, wie sich die Musikschule jetzt darstellt. Woche für Woche kommen Hunderte Kinder und Erwachsene in das großzügige, sinnvoll umgebaute Gebäude in der Nauwieser Straße. Viele andere werden vor Ort in Schulen und Kindergärten unterrichtet. Über 2000 Schülerinnen und Schüler pro Woche sind es insgesamt – so die offizielle Statistik. Da kommt was zusammen.

„Einige 10 000 Saarbrücker hatten im Laufe der Jahre hier Unterricht“, sagt Musikschul-Chef Thomas Kitzig. Die Menschen lernten Klavier, Flöte, Gitarre oder womit man sonst Musik machen kann und prägten so nunmehr 65 Jahre das Lebensgefühl der Stadt mit. „Bei so einer öffentlichen Einrichtung wie unserer sieht man die Nachhaltigkeit“, meint Kitzig. Private Musikschulen könnten natürlich auch oft gut sein, „keine Frage“, sagt Kitzig. Aber über einen so langen Zeitraum kontinuierlich zu arbeiten, das gehe meist nur dank der öffentlichen Hand.

So auch bei der Musikschule. Der Verein von einst war nämlich damals schnell an seine Grenzen gestoßen. Zunächst stieg das Land ein, die Musikschule wurde der Hochschule für Musik angegliedert. Als sich dann aber nach und nach städtische Musikschulen gründeten – von Sulzbach bis Homburg und Merzig –, nahm das Land die Kommunen in die Pflicht. Seit 1974 ist die Musikschule Saarbrücken nun städtisch. 45 Jahre – auch ein kleines Jubiläum. „Es hat sich letztlich auch bewährt, dass eine Kommune sagt, wir wollen so etwas für unsere Bürgerinnen und Bürger“, sagt Kitzig.

Zum Jubiläum ist nun einiges geplant. Mit Hilfe des rührigen Fördervereins der Schule wird ein Image-Film gedreht. Es werden erste Einladungen verschickt, obwohl das offizielle Jubiläum erst im Oktober ist. Aber da man neben Ehrenbürger Tzvi Avni gern auch den neuen „Tatort“-Kommisaar Daniel Stresser dabeihätte – „er war früher Schüler an unserer Musikschule“, verrät Kitzig –, fragt man lieber schon mal frühzeitig an.

Am 24. Oktober starten die Feierlichkeiten dann mit der Vernissage einer Ausstellung mit Bildern aus 65 Musikschul-Jahren, mit der Premiere des neuen Image-Films und mit Talk und Musik im Tzvi-Avni-Saal der Schule.

So richtig Party für alle soll es am Samstag, 26. Oktober, geben. Dann heißt es nämlich „open doors with friends“. Ensembles aus Schulen in Rheinland-Pfalz und Luxemburg sind dazu angefragt.

Und die „open doors“, die offenen Türen, werden wirklich wörtlich genommen. Das ganze Haus werde bespielt „bis unters Dach“, sagt Kitzig. „Auch das Büro vom Chef“. Und da in Thomas Kitzigs Büro eine veritable Orgel steht, könnte das ein besonders interessanter Programmpunkt werden.
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