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1. FC Saarbrücken erwartet im Pokal-Halbfinale Bayer Leverkusen

Kostenpflichtiger Inhalt: Halbfinale des DFB-Pokals : FCS-Fans zweifeln an nächster Sensation

Leverkusen wartet auf dem Weg nach Berlin. Augenzeugen erinnern sich ans Pokal-Halbfinale 1985 gegen Uerdingen im Ludwigspark.

Seit 1985 wird das Finale im DFB-Pokal in Berlin ausgetragen. Beinahe hätte der 1. FC Saarbrücken das erste Endspiel dieser Reihe im Olympiastadion erreicht. Aber im Halbfinale unterlagen die Blau-Schwarzen dem FC Uerdingen 05 mit 0:1. Vor 32 000 Zuschauern im Ludwigspark markierte Norbert Brinkmann in der 74. Minute das Tor des Tages gegen FCS-Schlussmann Carsten Hallmann. Auch Wolfgang Seel, Stefan Jambo, Kurt Knoll und Walter Müller trugen damals das Trikot der Molschder, um ein paar Namen zu nennen.

Heinz Diener aus Kleinblittersdorf war 1985 Augenzeuge der Saarbrücker Niederlage gegen den späteren Pokalsieger aus Uerdingen, der im Finale den FC Bayern München mit 2:1 bezwang. „Ich war im Ludwigspark, und der FCS hat verloren. Konkrete Erinnerungen an das Spiel habe ich jedoch nicht“, sagt Diener. Besser im Gedächtnis ist ihm das legendäre 6:1 der Malstatter gegen die Bayern in der Bundesliga am 16. April 1977. „An diesem Tag hatte ich Geburtstag und lag im Krankenhaus. Der Arzt kam rein und fragte, ob ich schon das Ergebnis gehört habe. Ich dachte, der FCS habe verloren. Und dann habe ich erfahren, dass er 6:1 gewonnen hat.“

Dass es dieses Jahr zu einer Neuauflage des Duells mit den Münchnern im Pokalfinale am 23. Mai in Berlin kommt, glaubt Diener nicht. Auch wenn das ein Traum für ihn wäre, denn er ist auch Bayern-Fan. „Ich habe mir Frankfurt gewünscht“, sagt der 79-Jährige zur Pokalauslosung am Sonntagabend. „Ein Sieg gegen Leverkusen wäre eine Sensation, ich glaube nicht dran.“

Günter Weishaar sieht das ähnlich. „Bayern München, Eintracht Frankfurt, Bayer Leverkusen: gegen keinen der drei übrigen Halbfinalisten hat der FCS eine Chance“, meint der FCS-Anhänger aus Saarbrücken, der mittlerweile in Holz wohnt. Die 0:1-Pleite der Blau-Schwarzen in Walldorf am vergangenen Samstag hat Weishaar noch nachdenklicher gemacht: „Diese drei Punkte hat der FCS weggeworfen.“ Dabei sei der Aufstieg in die dritte Liga von enormer Bedeutung: „Wenn der nicht gelingt, ist der Verein kaputt.“

An das 0:1 gegen Uerdingen vor 35 Jahren, das er als Zuschauer im Ludwigspark miterlebte, hat Weishaar nur vage Erinnerungen: „Ich weiß noch, dass Uwe Klimaschefski damals FCS-Trainer war. Und dass Guido Szesni vor dem Gegentor den entscheidenden Fehler begangen hat, meine ich zumindest.“

Auch Raimund Grün aus Püttlingen fieberte damals mit. „Im A-Block, meine Schwester war auch dabei. Die Eintrittskarte habe ich noch, 12 Mark hat sie gekostet.“

Vom Pokal-Aus ließ sich der 1. FC Saarbrücken 1985 übrigens nicht schocken. Wenige Wochen später setzte sich die Klimaschefski-Elf in den Relegationsspielen gegen Arminia Bielefeld durch (2:0 im Park/1:1 auf der Alm durch Sascha Jusufis traumhaftes Freistoßtor) und feierte die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga. Sollte es also mit einem Sieg gegen Bayer Leverkusen nichts werden, der FCS aber anschließend den Aufstieg in die dritte Liga schaffen, würde die Saison auf jeden Fall ein Happyend nehmen.