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Saarbrücken steigert Aufwand im Kampf gegen die illegale Müllentsorgung

Kostenpflichtiger Inhalt: Kampf gegen illegal entsorgten Müll : Wie der ZKE Saarbrücken saubermacht

Mehr Abfuhr-Autos, mehr Personal: Entsorger ZKE und Ordnungsamt verschärfen den Kampf gegen Umweltkriminalität in der Landeshauptstadt.

Die Seniorinnen sehen die Spur aus Hundekot in letzter Sekunde. Knapp surrt der Einkaufstrolley an den Haufen in St. Arnual vorbei. „Wie kann man so etwas bloß liegen lassen?“, fragt sich die eine Dame. „Wie sieht’s wohl bei solchen Leuten zu Hause aus?“, wundert sich die andere. Dann erreichen sie wieder sauberes Terrain. Wären sie noch ein paar Kilometer Richtung Innenstadt unterwegs, könnten weitere glitschige Überraschungen lauern. Und das, obwohl Mitarbeiter der Stadt täglich gegen Abfall kämpfen. Sie spüren illegal abgelagerten Müll auf, machen ihn weg oder ahnden die Ordnungswidrigkeiten mit Bußgeld-Bescheiden. Für ein sauberes Saarbrücken verfolgt der städtische Kommunale Ordnungsdienst (KOD) seit 2007 die Verantwortlichen für illegale Müll-Ecken im gesamten Stadtgebiet.

Seit geraumer Zeit hat der KOD Verstärkung. Der Zentrale Kommnuale Entsorgungsbetrieb (ZKE) schickt seine Umweltstreife los. Sie soll illegalen Abfall so früh wie möglich entdecken. Die Umweltstreife sorgt dafür, dass die Verursacher einen Denkzettel vom Ordnungsamt bekommen. Zwei für ihren Dienst gegen Umweltverschmutzer geschulte Mitarbeiter setzt der ZKE seit Anfang 2019 ein. Sie leiteten im vergangenen Jahr 1107 Bußgeldverfahren ein gegen illegale Müllverursacher. Diese hatten Bußgelder bis zu 500 Euro zu bezahlen. Sie sind zum Beispiel fällig, wenn jemand große Sperrmüllteile auf öffentlichen Flächen zurücklässt. Damit die Stadt erst gar nicht zur Müllkippe verkommt, sprach die Umweltstreife 683-mal Bürgerinnen und Bürger an und klärte sie auf über richtige Mülltrennung und -entsorgung.

Schriftliche Ermahnungen von der Umweltstreife erhielten 326 Anlieger. Sie hatten ihre Pflicht zur wöchentlichen Bürgersteig- bzw. Straßenreinigung vernachlässigt. Dieser Aufforderung kamen die meisten Angeschriebenen nach. Nur in 14 Fällen blieben die Bürgersteige dreckig, und es folgten Verfahren wegen einer Ordnungswidrigkeit. 136 Eigentümer bekamen von der Umweltstreife die schriftliche Bitte, sie mögen mal mit ihren Mietern für mehr Sauberkeit im Umfeld der jeweiligen Gebäude zu sorgen.

Eine Mitarbeiterin der ZKE-Umweltstreife fotografiert gelbe Säcke, die noch nicht an den Straßenrand gehören oder falsch gefüllt sind. Foto: Maria Miga/ZKE

Doch ohne die Stadtreiniger des ZKE wären viele Ecken dreckig geblieben, weil sich niemand sonst ums Saubermachen gekümmert hätte. Die ZKEler beseitigten im Jahr 2018 rund 455 Tonnen wilden Müll. Das kostete 360 000 Euro. Um der Müllmengen Herr zu werden, schaffte der Betrieb ein drittes Fahrzeug an für seine Umweltkolonne. Nicht zuletzt deswegen stieg die Menge des aufgelesenen wilden Mülls voriges Jahr auf 655 Tonnen. Die Entsorgung kostete rund 570 000 Euro. Das Geld kommt aus dem städtischen Haushalt. Damit bezahlen alle Saarbrücker für die Verfehlungen einer Minderheit.

Der Einsatzschwerpunkt der Umweltstreife ist in Burbach und Malstatt. Sie kontrolliert aber auch in anderen Stadtteilen, ob Anwohner der Kehrpflicht nachkommen. Die meisten Verstöße betrafen illegal abgelagerten Sperrmüll oder anderen wilden Müll sowie gesetzwidrig abgelagerte gelbe Säcke. Zusätzlich zu den regulären Kontrollgängen gab es zwölf Infopatrouillen, um mit Passanten ins Gespräch zu kommen.

Nach schweren Verstößen blieb es nicht bei mahnenden Worten. Die Umweltstreife leitete ihre Erkenntnisse über Verstöße und Verursacher weiter an den KOD des städtischen Ordnungsamtes.

Dessen 24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ja nach wie vor dafür zuständig, Gesetzesverstöße bei der Abfallbeseitigung zu ahnden. Aus der Arbeit des KOD und der Umweltstreife resultierten im vergangenen Jahr 1331 Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen illegaler Müllentsorgung. Im Jahr 2018 waren es 328.Die Steigerung ist nach Angaben der Stadt auf die verstärkten Aktivitäten des ZKE und seiner Umweltstreife zurückzuführen. Entsprechend stieg die Summe der Bußgelder. Betrug sie im Jahr 2018 noch 12 116,80 Euro, so stieg sie 2019 auf 27 776,70 Euro. 2019 bearbeitete der ZKE rund 5000 Hinweise. Sie kamen aus dem gesamten Stadtgebiet. 2018 waren es rund 3500.

Die gestiegenen Zahlen resultieren daraus, dass der ZKE seit 2019 mehr Personal einsetzen kann, um Fälle zu bearbeiten. Am häufigsten waren illegale Müllkippen an Containerstandplätzen.

Dreck-Weg-Telefon: Wer einen ekligen Fund wie den in St. Arnual macht, melde sich beim ZKE unter der Nummer (0800) 8 88 56 78.