Einfahrt nach Brebach Tempo-Anzeiger: Stadt Saarbrücken erklärt, was sie mit den Daten der Autofahrer vor hat

Saarbrücken · Zu schnell gefahren? Eine digitale Tafel in Brebach zeigt Autofahrern direkt ihre Geschwindigkeit an. Doch was tut die Stadt mit den gewonnenen Daten? Wir haben nachgefragt.

Dieser Hinweis auf eine vermeintliche, weil vor dem Ortsschild gemessene Geschwindigkeitsübertretung, gibt Autofahrern Rätsel auf.

Dieser Hinweis auf eine vermeintliche, weil vor dem Ortsschild gemessene Geschwindigkeitsübertretung, gibt Autofahrern Rätsel auf.

Foto: BeckerBredel

In Brebach messen Geschwindigkeitsanzeiger das Tempo heranfahrender Fahrzeuge. Die Tafeln hängen unmittelbar am Ortsschild und registrieren die Geschwindigkeiten sich dem Ort nähernder Fahrzeuge.

Bis zum Ortsschild gilt Tempo 70, dann 50. Die Tafeln sind so eingestellt, dass sie bei mehr als Tempo 50 rot blinken und so ein Fehlverhalten anzeigen. Das führt aber dazu, dass auch alle Autofahrer, die vor dem Ortseingang regulär zwischen 50 und 70 km/h auf dem Tacho haben, in das mahnend rote Blinklicht schauen, obwohl sie sich ordnungsgemäß verhalten (wir berichteten).

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Foto: Ruppenthal

Die Stadt sagte der Saarbrücker Zeitung, sie wolle die Autofahrer nur ermahnen, das Tempo zu drosseln. Wir hatten nachgefragt, ob die objektiv falschen Messergebnisse gespeichert werden, denn das können diese Anzeigetafeln durchaus. Die Befürchtung: Wenn sie im Tempo-50-Bereich hängen, aber in den 70er-Bereich hinein messen und damit vermeintliche Geschwindigkeitsübertretungen feststellen, könnten bei Auswertung der Speicher falsche Schlüsse gezogen werden.

Die Stadt hatte sich dazu zunächst nicht geäußert, jetzt aber nach dem SZ-Beitrag reagiert: „Die Geschwindigkeitsdisplays sind derzeit als Signalgeber eingesetzt, die Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer daran erinnern, ihre Geschwindigkeit für die Einfahrt in den Ort an das dort erlaubte Tempo anzupassen und so präventiv zur Verkehrssicherheit beitragen können. Wir können – stichprobenartig oder anlassbezogen – die Messwerte für eine anschließende Auswertung abspeichern.

Bisher fand noch keine Speicherung oder Auswertung der Daten statt“, sagte Daniel Schumann von der Stadtpressestelle. Und er ergänzte: „Anhand gespeicherter Werte können wir künftig das Verkehrsaufkommen und eine Übersicht der gefahrenen Geschwindigkeiten nachvollziehen. Wir können die Geschwindigkeit an verschiedenen Stellen entlang der Messstrecke ermitteln – außer und innerorts. Daraus lässt sich unter anderem ablesen, mit welcher Geschwindigkeit sich die Autos dem Ortseingang nähern und mit welcher sie in den Ort einfahren. Auf dieser Grundlage lassen sich bei Bedarf weitere Maßnahmen der Verkehrssicherheit ableiten.“

Die Speicherung der Daten ist demnach durchaus geplant und ihre Auswertung ebenfalls.