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Saarbrücken: Mahnwache gegen Schließung des Evangelischen Stadtkrankenhauses​

Saarbrücken : „Lügen“ und „Verrat der christlichen Werte“ – Mahnwache gegen Schließung des Evangelischen Stadtkrankenhauses

Am Evangelischen Stadtkrankenhaus der Kreuznacher Diakonie in Saarbrücken hat am Dienstag die Belegschaft eine Mahnwache abgehalten. Die Mitarbeiter demonstrierten gegen die geplante Schließung der Klinik.

Am Dienstag (4. Oktober) taten die Mitarbeiter des Evangelischen Stadtkrankenhauses in Saarbrücken während der Mahnwache ihre Empörung lautstark kund. Sie warfen der Kreuznacher Diakonie „Verrat der christlichen Werte“ und „Lügen“ vor. Der kirchliche Träger habe die Belegschaft mit den spät kommunizierten Schließungsplänen vor vollendete Tatsachen gestellt. Die Verdi-Gewerkschaftssekretärin Lisa Summkeller sagte bei der Kundgebung: „So geht das nicht. Gestern war man noch Superheld, jetzt ist man Kostenfaktor. Viele haben ihre Ausbildung im Haus gemacht, andere arbeiten seit Jahrzehnten dort. Alle werden jetzt hängengelassen.“

Angst vor schlechterer medizinischer Versorgung

Auch Philip Scherer aus der Intensivstation sieht das so, sorgt sich um die älteren Mitarbeiter und sieht große Abwanderung bei den Jüngeren. „Die medizinische Versorgung in Saarbrücken wird darunter leiden. Oft sind die Kliniken jetzt schon für Neuaufnahmen abgemeldet. Das verschärft sich, wenn wir keine Patienten mehr aufnehmen“, sagte er und übergab den anwesenden Medienvertretern einen ganzen Stapel Rundfaxe der Rettungsleitstelle, die verschickt werden, wenn keine Notfallkapazitäten mehr da sind. „Damit Sie mal sehen, wie oft das passiert“, so Scherer. Von Ausnahmesituationen könne man da nicht mehr sprechen. Die Belegschaft des Evangelischen Stadtkrankenhauses will kämpfen und hat weitere Demonstrationen angekündigt.