Samstags ab 14 Uhr Saarbrücker bietet kostenloses Kampfsport-Training im Echelmeyerpark an

Saarbrücken · Wer etwas für seine Fitness tun und gegen mögliche Angriffe gewappnet sein möchte, ist samstags richtig im Saarbrücker Echelmeyerpark. Dort bietet Kursleiter Daniel Stötzer ein kostenloses Kampfsport-Training an.

 Ein kostenloses Kampfsport- und Selbstverteidigungstraining gibt es samstags ab 14 Uhr im Saarbrücker Echelmeyerpark. Jeder kann mitmachen.

Ein kostenloses Kampfsport- und Selbstverteidigungstraining gibt es samstags ab 14 Uhr im Saarbrücker Echelmeyerpark. Jeder kann mitmachen.

Foto: Jochen Rathmann

Der Echelmeyerpark in Saarbrücken dürfte den meisten als ruhiger und friedlicher Ort bekannt sein, an dem man kurz einkehren und die „grüne Lunge“ im urbanen Umfeld des Nauwieser Viertels genießen kann. Alternativ bietet sich auf der Wiese jeden Samstag ab 14 Uhr die Möglichkeit, an einem Kampfsport- und Selbstverteidigungstraining teilzunehmen.

Der kostenlose Kurs von Daniel Stötzer richtet sich an Neulinge sowie Kampfsporterfahrene, die ihren Körper darauf vorbereiten wollen, besser mit Notsituationen umzugehen. Alle sind eingeladen, einfach vorbeizukommen und mitzumachen, auch ohne Vorkenntnisse. „Ich möchte die Leute abholen, wo sie stehen“, erklärt Stötzer. „Jeder macht das, was er kann.“ Ganz ohne Stress oder Zeitvorgaben. Wichtig sei nur Motivation, die jeder mitbringen muss.

Der gelernte Informatiker kennt sich im Bereich Kung Fu und Kampfsport bestens aus. Sein Interesse wurde früh geweckt. Gerne erinnert er sich daran zurück, wie er als Kind Anfang der 80er Jahre im Café Schrill saß und voller Begeisterung durch die großen Fensterscheiben den „Kung Fu-Laden“ auf der anderen Straßenseite entdeckte. Sein Vater machte Karate und absolvierte seine Gürtelprüfungen in der Försterstraße bei den Brüdern Hinschberger, einst wahre Koryphäen ihres Fachs.

Seit 1996 praktiziert Stötzer Lok Yiu Wing Chun und trainiert bis zu acht Stunden in der Woche. Diese spezifische Stilrichtung des Kung Fu legt den Fokus auf schnelle und effektive Selbstverteidigungstechniken. Erfahrungen als Lehrer sammelt er seit über 20 Jahren. Ob bei Kursen zum Thema „Selbstverteidigung für Frauen“, regelmäßige Workshops beim Turnerbund St. Johann oder als Referent der Katholischen Familienbildungsstätte in Merzig. Bei der Arbeit mit Kinder- und Erwachsenengruppen gehe es darum, den Körper dahingehend zu schulen, bei einem Angriff zu wissen, wie man sich wehrt, um Grenzen besser Wagen zu können.

„Kraft in Kombination mit Körpergefühl und Balance“, ist für Daniel Stötzer bedeutend. Dazu gehört auch zu wissen, wie man die Arme korrekt hält und sich in einer Notsituation richtig vor- und rückwärts bewegt. Kraftaufbau und Kondition sind weitere Faktoren: „Der Fitnessanteil ist wichtig. Ohne Kraft geht nichts.“ Hier gilt der Leitsatz: Viel hilft viel. Zwischen den Trainingseinheiten vermittelt er die kulturellen Hintergründe der Kung Fu-Tradition. Kurze theoretische Beiträge, um den Teilnehmern zum Grundverständnis der Kampfkunst etwas über die Geschichte und Einflüsse mitzugeben. Gerne auch mit Querverweisen auf das Nauwieser Viertel, das Stötzer aufgrund seiner Historie als „Urkeimzelle“ des chinesischen Kampfsports für die Region bezeichnet.

Den Echelmeyerpark, benannt nach dem Pfarrer Alois Echelmeyer, wählte er wegen der ruhigen Lage aus, wo entspanntes Arbeiten noch möglich ist. „Bis auf einige Slackliner und Mönche, die selbst trainieren, wird man nur selten gestört“, sagt Stötzer. Ein öffentlicher Platz biete sich auch an, weil günstige Räume in Saarbrücken schwer zu finden sind. Das Training ist kostenlos, und er möchte Nebenkosten so gut es geht vermeiden, um diese nicht zwangsläufig auf die Teilnehmer abwälzen zu müssen.

Darüber hinaus liegt es fest verankert in der Kultur der Sache. Es ist nicht unüblich, dass in China im Freien trainiert wird. In Parks oder auf öffentlichen Grünflächen ist das eine Selbstverständlichkeit. Es entsteht ein entspannendes Moment, die frische Luft fördert ein positives Gefühl. Der Echelmeyerpark lässt sich leicht mit dem Bus und zu Fuß aus der Stadt erreichen. Die angrenzende St. Michael-Kirche und die Einsegnungshalle, der sogenannte „Tempel“, verleihen dem Panorama eine gewisse Anmut.

„Im Kung Fu spricht man von Brüdern und Schwestern“, sagt Daniel Stötzer. Und alle sind herzlich eingeladen, samstags ab 14 Uhr an den gut zweistündigen Trainingseinheiten teilzunehmen. Ein wichtiger Hinweis, der gerade dieser Tage zu beachten ist: Bei Meldungen zu Regen oder Schnee findet das Training im kleinen Park unter der Holzüberdachung gegenüber der Preußenstraße 44 statt, einen kurzen Fußweg vom Nauwieser Viertel entfernt.

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