1. Saarland
  2. Saarbrücken

Saarbrücken - Großer Andrang bei Aldi für Corona-Schnelltests

Saarländer stürmen Discounter für Corona-Schnelltests : „Ein Witz, dass Aldi mit diesen Tests als Erster auf dem Markt ist“

Samstagmorgen, 7.45 Uhr. Die Sonne kommt raus, doch mit minus drei Grad ist es auf dem Parkplatz vor den Supermärkten in Kleinblittersdorf noch verdammt kalt. Aber das hält mehr als 20 Menschen nicht davon ab, vor der Aldi-Filiale Schlange zu stehen – wie übrigens auch vor allen anderen Aldi-Filialen im Regionalverband Saarbrücken.

 „Ich möchte den Test einfach machen, um Klarheit zu haben, ob ich infiziert bin oder nicht“, sagt ein Mann in der Schlange. Die Menschen stehen an, um sich für 25 Euro einen Corona-Selbsttest zu kaufen. Aldi startete am Samstagmorgen den Verkauf. Fünf Tests sind in einer Packung. „Es ist eigentlich ein Witz, dass ein Unternehmen mit diesen Tests als erstes auf dem Markt ist. Das ist mal wieder ein Armutszeugnis für unsere Regierung. Die sind bei allem hinten dran und zu spät. Normalerweise müssten alle Menschen schon längst solche Tests kostenlos zur Verfügung stehen“, sagt eine Frau und regt sich ein bisschen auf.

Die Stimmung bei der Warterei in Kleinblittersdorf ist überraschend entspannt. Das ändert sich allerdings, als um acht Uhr die Markttüren aufgingen. Alle Menschen stürmen Richtung Kasse eins, wo die begehrten Tests ausgehändigt werden. Das Marktpersonal muss mehrmals die Kunden auffordern den vorgegebenen 1,5 Meter-Mindestabstand einzuhalten. Sogar das Ordnungsamt der Gemeinde Kleinblittersdorf ist mit zwei Mitarbeitern vor Ort, um die Lage zu überwachen.

Zehn Minuten später – der Schock. Eine Mitarbeiterin an der Kasse erhebt sich und teilt allen Kunden mit, dass die Tests ausverkauft sind. Gerade einmal 20 Menschen haben einen Test bekommen. 20 weitere schauen in die Röhre und verlassen mit hängenden Köpfen den Markt.

Ähnliche Szenen spielten sich auch in den Aldi-Filialen in Güdingen, St. Johann und auf dem Eschberg ab. Überall waren die Tests in Minuten vergriffen. „Ich war zuerst im Güdingen und da waren die Tests auch sofort weg. Danach bin ich nach Burbach gefahren und habe tatsächlich noch einen der letzten Tests bekommen“, sagt Katrin Foss. Sie wohnt im französischen Großblittersdorf und arbeitet in Deutschland. Um problemlos nach Deutschland und Frankreich fahren zu können, kann sie ab Montag ihre hoffentlich negativen Testergebnisse vorzeigen.

„Der Test ist sehr einfach zu machen und geht schnell. Ich warte bis zum Test aber noch bis Montagmorgen. Das Testergebnis ist 48 Stunden gültig und dann brauche ich am Donnerstag erst wieder einen neuen Test zu machen“, sagt sie. Sie war am Samstagmorgen eine von wenigen Gewinnerinnen bei der Jagd auf die Corona-Tests. „Ich bin wirklich heilfroh, dass ich einen Test bekommen habe. Trotzdem würde ich mich freuen, wenn bald alle Menschen so einen Test haben und wir irgendwann wieder näher an die Normalität kommen“, sagt Katrin Foss.