Saarbrücken geht mit einem mobilen Blitzer gegen Raser vor

Kostenpflichtiger Inhalt: Verkehrskontrollen : Mit einem mobilen Blitzer gegen Raser

Saarbrücken hat für rund 90 000 Euro das Gerät plus Zubehör für ein Jahr gemietet und Bedienungspersonal geschult.

Das neue fahrbare Blitzgerät, das die Saarbrücker Stadtverwaltung gemietet hat – oder besser gesagt, sein Bedienungspersonal – war noch in der „Trainingsphase“, da standen schon die ersten Fotos des Gerätes im Internet, aufgenommen und gepostet von Passanten. Denn mehrmals stand der Blitzer-Anhänger in der Mainzer Straße, umringt von Ordnungshütern, denen ein Fachmann erklärte, wie das Gerät zu bedienen ist. Den Passanten war das natürlich aufgefallen.

Inzwischen findet man den Blitzer aber auch ohne Menschentraube am Straßenrand. Am vergangenen Wochenende stand er zum Beispiel in der Halbergstraße. Geblitzt wird mit diesem Gerät auch nachts. Wie mit den stationären Blitzern. Saarbrückens Raser fühlten sich bislang nachts weitgehend sicher. Da will die Stadtverwaltung  ansetzen.

Saarbrückens Pressesprecher Thomas Blug: „Sicherheit ist den Bürgern ein wichtiges Anliegen. Dazu zählt in einem starken Maße die Sicherheit im Straßenverkehr. Bei uns gehen nahezu täglich Bürger-Beschwerden über zu schnell fahrende Autos ein. Mit einem neuen mobilen Gerät zur Geschwindigkeitsmessung, das rund um die Uhr und auch an den Wochenenden eingesetzt wird, erhöhen wir die Flexibilität unserer Kontrollen und können noch besser auf konkrete Beschwerden reagieren.“

Der Anhänger, der jetzt zum Einsatz kommt, ist ein bewährtes System und in vielen deutschen Kommunen und auch auf Autobahnen bereits im Einsatz. Saarländische Autofahrer sehen ihn öfter auf der A6 bei Kaiserslautern oder der A8 bei Zweibrücken.

„Der sogenannte Enforcement Trailer ähnelt einem Anhänger. Dieser wird von Kollegen des Ordnungsamts an den zu kontrollierenden Stellen abgestellt und muss während der Messung nicht beaufsichtigt werden. Nach einer gewissen Zeit können die Mitarbeiter den Anhänger wieder abholen und an einer anderen Stelle platzieren. Das erhöht die Flexibilität unserer Kontrollen, und wir können noch besser auf konkrete Beschwerden reagieren“, sagt Blug. Er versichert: „Wir setzen das Gerät in Tempo-30-Zonen, verkehrsberuhigten Bereichen, Wohnstraßen, im Umfeld von Kindergärten, Spielplätzen, Schulen, Senioren-Einrichtungen und an Unfallhäufungsstellen ein.“

So wurde auch die Halbergstraße am Wochenende als schulbedingte 30er Zone ausgewählt. Die Stadt hat den Anhänger nicht gekauft. Er hat ein auswärtiges Kennzeichen und ist auf die Herstellerfirma zugelassen.

„Wir haben den Enforcement Trailer gemietet, seit dem 14. Januar ist er in Saarbrücken. Die Laufzeit beträgt zunächst ein Jahr, in dem wir mit dem Gerät Erfahrungen sammeln möchten. Die Kosten für die Miete des Trailers, der Ladestation und Ersatzakkus, die Anlieferung und Abholung sowie die Schulung unserer Mitarbeiter belaufen sich auf rund 90 000 Euro. Ob und in welcher Höhe wir einen Überschuss mit dem Gerät erzielen können, werden die kommenden Monate zeigen“, sagte Blug der SZ.