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Saarbrooklyn: Taff auf Prosieben zeigt Saarbrücken und seine 2 Welten

Neue Reportage über Saarbrücken auf Prosieben : „Zwischen Wohlstand und Wehmut“ – „Taff“ zeigt die zwei Welten Saarbrückens in neuem Saarbrooklyn-Teil

Am Montag dieser Woche lief auf Prosieben der dritte Teil der Saarbrooklyn-Reportage des Boulevardmagazins „taff“. Diesmal thematisierte der kurze Film vor allem den Stadtteilt Burbach und besuchte außerdem Ingos kleine Kältehilfe.

„Wie viel Brooklyn steckt wirklich in der saarländischen Hauptstadt?“ Mit dieser Frage moderiert das Boulevardmagazin „taff“ auf Prosieben den dritten Teil ihrer Reportage-Reihe über die saarländische Hauptstadt an. Schlagwort hierbei, genau wie bei der umstrittenen Spiegel TV-Doku aus dem Sommer 2019: Saarbrooklyn. Eine „Region zwischen Wohlstand und Wehmut“ sei Saarbrücken, „eine Stadt, zwei Welten“ dementsprechend der komplette Titel der Reihe.

Im Gegensatz zu Spiegel TV, die sich 2019 komplett auf die schlechten Seiten Saarbrückens beschränken, konzentriert sich „taff“ mit seiner Reihe durchgehend an der genannten Dualität zwischen Arm und Wohlhabend. So besucht das Kamerateam unter anderem Andrea Schorn, die 2019 Zweite bei der Miss Saarland-Wahl wurde. Die „Lokalpatriotin“, wie sie von „taff“ genannt wird, und ihre Familie leben gerne im Saarland, heben vor allem die Nähe zu Frankreich als positiv hervor. Aber: Gerade die Entwicklung Saarbrückens mache ihnen Sorgen, erzählen Schorns Eltern. Einige Stadtteile seien weniger schön und „machen ein bisschen Angst“. Außerdem verschwinde der Mittelstand immer mehr, es gebe fast nur noch entweder sehr Reich oder sehr Arm.

Die Kritik bettet „taff“ in Statistiken ein: So liege Saarbrücken mittlerweile bundesweit auf Platz vier der Kriminalitätsstatistik. Jedes fünfte Kind sei außerdem von Armut betroffen.

Der ehemaligen Vize-Miss-Saarland folgt „taff“ dann noch zum Shopping. Dafür biete die Landeshauptstadt „feinste Möglichkeiten“, die Schorn und eine Freundin zwei- bis dreimal pro Woche nutzen. Dann schneller Wechsel in die andere „Welt“ Saarbrückens, wie „taff“ es nennt – Burbach. Die meisten Menschen seien hier sozial benachteiligt, so die Moderation der Sendung.

Hier begleitet „taff“ einen lokalen Rapper, der seinen Eltern in der Bäckerei aushilft. Zusammenhalt sei das Wichtigste, was es gibt, betont der Saarbrücker im Bericht. Bundesweit liege das Saarland in Sachen Zusammenhalt auf Platz eins, bestätigt auch „taff“ per Statistik. Diesen wollte der Rapper auch nach dem Spiegel TV-Beitrag von 2019 bekräftigen, als er sich mit anderen Saar-Rappern zusammentat und ein Rap-Video ins Netz stellte, um seine Stadt zu verteidigen.

Burbach kämpfe weiter mit extrem hoher Arbeitslosigkeit, berichtet „taff“. Die Corona-Krise habe außerdem viele lokale Läden vor große Probleme gestellt.

Im weiteren Bericht begleitet „taff“ dann den Event-Geschäftsführer und Immobilienverwalter Achim Hachenthal auf eines seiner Gebäude in der Saarbrücker Innenstadt. Trotz des Niederganges der Stahl- und Kohlebranche sowie hoher Arbeitslosigkeit, habe man sich im Saarland nie aufgegeben, konstatiert der Bericht dem Saarland. Hachenthal führt vor allem den aufstrebenden IT-Bereich dafür als Beispiel ins Feld. Auch er selbst versuche an vielen Stellen zu helfen. „Eine Stadt hilft sich selbst aus der Perspektivlosigkeit“, hält der „taff“-Moderator aus dem Off fest.

Abschließend besucht das „taff“-Team noch Ingos kleine Kältehilfe. Die Hilfsorganisation, die jedes Jahr lokal Schlagzeilen mit ihren Hilfsangeboten für die Bedürftigen macht, wird bei der Essensausgabe begleitet, ein Mann, der die Hilfe dort in Anspruch nimmt, zu seiner Situation befragt. 160 Leute hätten letztes Jahr bei nur einer Aktion der Kältehilfe mitgemacht, erzählt ein Mitarbeiter. Das sage alles über die Situation in Saarbrücken aus.

Diese Woche will „taff“ noch zwei weitere Teile der Saarbrooklyn-Reihe ausstrahlen und darin weiter abwechselnd wohlhabendere und dann wieder ärmere Seiten der saarländischen Landeshauptstadt zeigen.