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Saarbrooklyn bei taff auf Prosieben: Reportage zeigt Saarbrücken und die Armut

Prosieben über „abschreckendes“ Saarbrooklyn : „Der Rest Deutschlands scheint sich nicht wohlzufühlen an der Saar“: Teil 4 der Saarbrücken-Reportage bei „taff“

Saarbrücken bekommt wieder nationale Aufmerksamkeit – dank einer fünfteiligen Reportage im Boulevardmagazin „taff“ auf Prosieben. Im vierten Teil am Dienstag zeigten die Reporter eine wohlhabendere Familie in Klarenthal und eine alleinerziehende Mutter in St. Johann.

Seit letzter Woche zeigt das Boulevardmagazin „taff“ auf Prosieben kleine Reportagen über die saarländische Landeshauptstadt. In fünf Teilen soll erforscht werden, ob der schlechte Ruf von Saarbrücken gerechtfertigt ist. Wie die Saarländer ticken und wo vor Ort Brennpunkte sind, wolle man zeigen. Ähnlich wie bei der Spiegel TV-Doku von 2019 fällt auch hier immer wieder das Schlagwort „Saarbrooklyn“. Die „zwei Welten“ der Stadt sollen gezeigt werden, so der Titel der Reportage-Reihe.

Von hoher Kriminalität und Arbeitslosenzahlen spricht Moderatorin Annemarie Carpendale. „Der Rest Deutschlands scheint sich nicht wohlzufühlen an der Saar“, sagt sie. Einerseits. Andererseits besuchte das Team von „taff“ im vierten Teil der Serie, der am frühen Dienstagabend ausgestrahlt wurde, eine wohlhabende Familie in Klarenthal. Die Designer-Wohnung des erfolgreichen Unternehmer-Paares wird gezeigt, die beiden werden nach ihrer Meinung zum Saarland gefragt. Immer wenn er nach Saarbrücken komme, gehe ihm das Herz auf, so der Vater der Familie. Wegziehen käme deshalb nicht infrage. Man fühle sich im Saarland wohl und arbeite hart am Erfolg, so der Tenor in der Familie.

Das zeigt sich dann auch im ausladenden und durchdesignten Kinderzimmer des Sohnes der Familie, der den Plan hat, Fußballer zu werden und dieses Ziel auch verfolgen kann. Bei diesem Jungen werde deutlich, wie „unbeschwert und reich an Perspektiven sich ein Kinderleben auch in Saarbrücken gestalten kann“, hält der Moderator aus dem Off fast überrascht fest.

Zweite Station der „taff“-Crew in der vierten Folge: der singende Sozialarbeiter Manuel Sattler. Mit dem Künstler wird in der Folge nur kurz über Probleme und Nöte in der Landeshauptstadt gesprochen. Arbeitslosigkeit sei ein Problem, so Sattler. Früher hätten Leute, die hart arbeiten wollen, dank der Grube mehr Geld verdienen können. Seit dem Ende der Kohleförderung sei gute Arbeit jetzt knapp.

Als letztes begleitet die Reportage eine alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, die in St. Johann wohnt. Sie versuche ihren Kindern alles zu ermöglichen, kaufe auch viel gebraucht. Die Miete mache es aber schwer. Ihr gesamter Lohn gehe für die Miete von 1090 Euro drauf, hält der „taff“-Moderator aus dem Off fest. Nur mit Unterstützung des Jugendamtes komme sie überhaupt über die Runden. Und überhaupt: „Trotz der hohen Kriminalität, der zahlreichen Einbrüche und Sachbeschädigungen sind die Mieten in St. Johann vergleichsweise hoch.“ Die Mieten in der Saarbrücker Innenstadt lägen zum Beispiel nur knapp unter dem Niveau großer deutscher Metropolen wie Hamburg oder Berlin, berichtet „taff“ und blendet eine Grafik ein, die 12,05 Euro pro Quadratmeter Miete in Saarbücken hervorhebt. Hierbei anzumerken gilt allerdings, dass „taff“ in diesem Fall von einem der höchsten Quadratmeterpreise in der Innenstadt ausgeht, nicht von dem durchschnittlichen. Vergleicht man durchschnittliche Mietpreise in Saarbrücken mit Hamburg oder Berlin, tun sich deutliche Unterschiede auf. So gibt zum Beispiel die Seite wohnungsboerse.net die durchschnittlichen Mietpreise in Berlin und Hamburg mit 15,26 und 14,28 Euro pro Quadratmeter an. Noch größere Unterschiede würden sich logischerweise zeigen, wenn man die höchsten Mietpreise aus den Innenstädten Hamburgs und Berlin als Vergleich heranziehen würde.

In der Vorschau auf den fünften und letzten Teil der „taff“-Reihe über Saarbrücken begleitet das Team erneut die alleinerziehende Mutter aus St. Johann. Die Vorschau auf Teil fünf verspricht: „Spießrutenlauf Heimweg: Wie Martina ihre Kinder von den Drogenhotspots fernhält.“