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Saar-Spektakel, Altstadfest und weitere Saarbrücker Veranstaltungen fallen aus.

Wegen Corona-Pandemie : Saar-Spektakel und Altstadtfest fallen aus

Den Menschen im Regionalverband steht ein Sommer ohne Volksfeste bevor. Bis Ende August sind alle Großveranstaltungen verboten.

Die Bands waren bereits alle gebucht. 150 Hotelzimmer für die Musiker schon reserviert. Die Texte fürs Programmheft fertig. Doch dann kam das Corona-Virus –  und machte Claude Adam-Brettar einen Strich durch die Rechnung. Seine beliebte Konzertreihe „Sonntags ans Schloss“ muss ausfallen – so wie alle Großveranstaltungen im Regionalverband bis zum 31. August. Adam-Brettar ist enttäuscht, zeigt aber trotz allem Verständnis. „Es macht mich mehr als traurig. Die ganze Reihe abzusagen, das ist schon eine Hausnummer. Aber es ist in der derzeitigen Situation natürlich verständlich“, sagt Adam-Brettar.

Am Mittwoch einigten sich Bund und Länder darauf, alle Großveranstaltungen bis mindestens Ende August wegen der Corona-Pandemie zu verbieten. Ab wann ein Fest oder Konzert im Saarland als Großveranstaltung gilt, ist bislang noch unklar. Klar ist jedoch, dass den Menschen im Regionalverband ein Sommer ohne Volksfeste und größere Konzerte bevorsteht. Das bedeutet: kein Saar-Spektakel, kein Altstadtfest, kein Kinderfest im Deutsch-Französischen Garten. Wohl auch kein Rocco del Schlacko. Das Nauwieser Fest fällt ebenfalls aus. Das war allerdings  schon vor der Corona-Pandemie klar, da eine Baustelle im Nauwieser Viertel das Fest ohnehin verhindert hätte.

Das Saar-Spektakel lockte im vergangenen Jahr 280 000 Besucher ans Willi-Graf-Ufer. In diesem Jahr sollte es vom 7. bis zum 9. August stattfinden. Auch zum Altstadfest, das vom 10. bis 12. Juli dauern sollte, strömten im vergangenen Jahr noch viele Tausend Saarländer. Vor wenigen Wochen erklärte die Stadt, dass sie bis Ende April entscheiden werde, ob es die Volksfeste in diesem Jahr geben wird. Diese Entscheidung wurde ihr nun durch die Einigung von Bund und Ländern abgenommen. Die Stadtverwaltung hatte damit bereits gerechnet. „Die politische Entscheidung des Bundes und der Länder, Großveranstaltungen bis zum 31. August zu untersagen, hat uns nicht überrascht“, sagt Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU). Sie bringe Veranstaltern und Künstlern nun Gewissheit.

Die Entscheidung stellt aber auch gerade die Künstler vor immense Schwierigkeiten. Saarbrücken profitiere vom Engagement und der Kreativität seiner Künstler und Kulturschaffenden, erklärt Conradt. Das Kulturangebot trage wesentlich zur Lebensqualität in Saarbrücken bei. „Wir werden uns dafür einsetzen, dass dieses Angebot erhalten wird. Wir arbeiten bereits an einem Konzept, um mit Mitteln des Kulturetats die Saarbrücker Künstlerinnen und Künstler zu unterstützen“, sagt Conradt. Die Stadtverwaltung kläre dazu derzeit die notwendigen haushaltsrechtlichen Fragen. In den  kommenden Wochen werde  zudem die Veranstaltungsplanung für dieses und das kommende Jahr komplett überarbeitet.

Doch nicht nur Künstler sind von der Corona-Krise und den damit verbundenen Veranstaltungsabsagen betroffen. Auch viele Vereine und Ehrenamtler sehnen sich nach Normalität. „Es tut mir natürlich leid, dass das Saar-Spektakel nicht stattfinden kann. Die Vorbereitungen laufen seit Januar.  Ich kann die Entscheidung aber absolut nachvollziehen. Besonders leid tut es mir für die Vereine und Ehrenamtlichen, die wesentlich zum Gelingen des Saar-Spektakels beitragen. Ihnen geht eine Bühne verloren, auf der sie ihre tolle Arbeit präsentieren können“, sagt Christine Baran, Organisationsleiterin des Saar-Spektakels.

 Neben den großen städtischen Festen hat auch der Regionalverband bereits mehrere Veranstaltungen abgesagt. Das Velo-Swing-Festival, das im August im und um das Saarbrücker Schloss stattfinden sollte, fällt aus. Auch den Bal Populaire und das Fest Italia in Piazza wird es dieses Jahr nicht geben.

Christine Baran, Organisationsleiterin des Saar-Spektakels. Foto: Heiko Lehmann
Claude Adam-Brettar, Organisationsleiter der Konzertreihe „Sonntags ans Schloss“. Foto: Kerstin Krämer

Nicht eindeutig äußerte sich die Leitung des Musikfestivals Rocco del Schlacko, das für den August in Püttlingen geplant ist. Festival-Organisator Thilo Ziegler gab bekannt, dass die Veranstaltung wahrscheinlich nicht stattfinde und er die Entscheidung von Bund und Ländern voll mittrage. Im vergangenen Jahr kamen zum Rocco del Schlacko 26 000 Zuschauer.