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Saar-Lehrer uneins über Masken im Klassenraum

Wegen Corona-Gefahr : Saar-Lehrer uneins über Masken im Klassenraum

Eine Gewerkschaft fordert eine Tragepflicht nach den Ferien, eine andere ist dagegen – und warnt vor schädlichen Gesundheitsfolgen.

Eine Woche vor dem Start des neuen Schuljahres im Saarland ist in der Lehrerschaft eine Diskussion darüber entbrannt, ob Schüler angesichts der Corona-Infektionsgefahr auch innerhalb der Klassenräume zum Tragen einer Maske verpflichtet werden sollen. Bislang gilt eine solche Pflicht nur auf Fluren, in Gängen, Treppenhäusern und auf den Toiletten. Die Landesregierung hält eine Maskentragepflicht während des Unterrichts bislang nicht für nötig, schließt sie für die Zukunft aber auch nicht aus.

Als erster großer Lehrerverband drängt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die Landesregierung nun zum Handeln. „Solange der Abstand mit bis zu 30 Schülerinnen und Schülern in einem Raum nicht eingehalten werden kann, kommen wir zurzeit leider an den Masken nicht vorbei“, erklärte die GEW-Landesvorsitzende Birgit Jenni. Alle Möglichkeiten, möglichst kleine Gruppen zu bilden, müssten ausgeschöpft werden. Das bedeute auch weitere Investitionen in Räume und mehr Personal. Kurzfristig seien unter den jetzigen Regelungen die Abstände in Klassen aber nicht überall durchsetzbar. „Hier muss zum Schutz aller Beteiligten die Maskenpflicht greifen“, so Jenni. Um das Masketragen über mehrere Stunden zu erleichtern, könnten in jeder Unterrichtsstunde Pausen zum Lüften eingeräumt werden, in denen bei Einhaltung des Abstands die Masken ablegt werden könnten.

Der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband (SLLV) steht einer Maskenpflicht während des Unterrichts hingegen „äußerst kritisch“ gegenüber, wie die Vorsitzende Lisa Brausch sagte. In den Räumen gebe es ohnehin wenig Sauerstoff. In vielen Sälen stehe zurzeit aufgrund der baulichen Gegebenheiten die Hitze, weil dort der Sonnenschutz fehle oder sich Fenster nur kippen ließen. Wenn die Schüler Masken tragen müssten, sei zu befürchten, „dass sie uns reihenweise umkippen“, sagte Brausch. Auch fürchtet sie pädagogische Probleme, weil die Kommunikation mit der Gesichtsverdeckung schwieriger sei.