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Saar-Kassenärzte sind gegen Antikörpertests

Forderungen an Gesundheitsminister Spahn : Kassenärzte sind gegen Antikörpertests

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) im Saarland lehnt Antikörpertests gegen das Coronavirus bei asymptomatischen Personengruppen „entschieden ab“. Das teilte die KV nach ihrer Vertreterversammlung in der vergangenen Woche mit.

Ein positives Testergebnis bei den Antikörpertests sei aus mehreren Gründen nicht aussagekräftig, so die KV. So sei die Rate der falsch-positiven Tests zu hoch. Außerdem sei unsicher, ob ein positiver Antikörper-Titer eine Immunität belege, und ferner sei unklar, wie lange eine solche Immunität anhalten würde. Antikörpertests sollten derzeit ausschließlich im Rahmen wissenschaftlicher Untersuchungen durchgeführt werden, plädierte die KV. Entsprechend begrüße man die seitens der Universität des Saarlandes durchgeführte epidemiologische Studie.

Die KV fordert zudem, die kürzlich von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) veröffentlichten Pläne für eine Ausweitung der Corona-Tests auf Personengruppen ohne Symptome zu überarbeiten. Nicht nur dem Öffentlichen Gesundheitsdienst, sondern auch Vertragsärzten müsse es ermöglicht werden, symptomfreie Patienten auf das Coronavirus zu testen. Zum Schutz der Patienten, der Ärzteschaft und des Praxispersonals sei es ferner wichtig, dass auch vor Durchführung von ambulanten Operationen auf das Coronavirus getestet werden könne. Der im Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums vorgesehene Leistungsumfang sei entsprechend zu erweitern. Darüberhinaus führten die Tests in den Arztpraxen derzeit zu zeitaufwändigen Diskussionen, die das Arzt-Patientenverhältnis belasten. Die KV fordert deshalb, dass „zügig klare und transparente Regelungen vom Gesetzgeber zur Thematik der Tests umgesetzt werden.