Saabrückens Bürgermeister weist Untreue-Vorwurf zurück

Ermittlungen gegen Ralf Latz : Bürgermeister weist Untreue-Vorwurf zurück

Geld aus der Stadtkasse für ein Buchprojekt des Vereins seiner Frau? Saarbrückens Bürgermeister Ralf Latz (SPD) hat am Dienstag versichert, dass dieser in einer anonymen Strafanzeige gegen ihn erhobene Vorwurf (die SZ berichtete) falsch ist.

Die Polizei, die im Auftrag der Staatsanwaltschaft unter dem Aktenzeichen 10 Js 1104/19 ermittelt, werde er „in der Sache unterstützen“, teilt Latz mit. Er sei „zuversichtlich, die Vorwürfe vollumfänglich entkräften zu können“.

Informationen will auch die Saarbrücker CDU-Stadtratsfraktion. „Da es ein laufendes Verfahren ist, warten wir zunächst die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ab. Es ist aber klar, dass Bürgermeister Latz alles tun muss, um diese Vorwürfe schnellstmöglich aufzuklären“, sagt deren stellvertretender Vorsitzender, Alexander Keßler. Nach Abschluss der Ermittlungen werde die CDU „in den zuständigen städtischen Ausschüssen Fragen stellen und gegebenenfalls entsprechende Konsequenzen ziehen“, kündigt Keßler an.

Nach SZ-Informationen sind die 4000 Euro für ein Buchprojekt, von denen in der Anzeige die Rede ist, in der Tat nicht direkt aus der Stadtkasse aufs Vereinskonto geflossen. Das Geld wurde dem Verein demnach von der Sparkasse Saarbrücken gespendet. Träger der Sparkasse ist der Sparkassenzweckverband, dem als Mitglieder der Regionalverband Saarbrücken, die Stadt Saarbrücken und die Stadt Völklingen angehören.

Auf SZ-Anfrage wollte sich die Sparkasse Saarbrücken nicht zur 4000-Euro-Spende an den Verein, dessen Präsidentin die Frau des Bürgermeisters ist, äußern. Ein Sprecher der Sparkasse wollte die Zahlen weder bestätigen noch dementieren. Die Sparkasse gebe, obwohl sie ein Unternehmen ist, das quasi allen Bürgerinnen und Bürgern gehört, generell keine Auskunft zu Summen und Adressaten von Spenden, teilt die Bank mit.

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