1. Saarland
  2. Saarbrücken

Rosenmontagsumzug in Saarbrücken und Neunkirchen

Kostenpflichtiger Inhalt: Rosenmontagsumzüge in Saarbrücken und Neunkirchen : Faasebooze zogen durch Saarlands Straßen

Hunderttausende Narren feierten bei den Rosenmontagsumzügen in Burbach und Neunkirchen. In der Kreisstadt gab es sogar einen neuen Besucherrekord.

Der 51. Burbacher Umzug hatte endlich mal wieder Glück mit dem Wetter. Denn weder Sturm und Regen noch eisige Temperaturen störten den närrischen Umzug, der sich pünktlich um 13.11 Uhr in Luisenthal auf den Weg machte und trotzdem erst nach 15 Uhr die Burbacher Ortsmitte erreichte. Wer dort wartete, brauchte Geduld oder ging dem Umzug einfach ein wenig entgegen.

74 Gruppen und Wagen hatten sich bei der Burbacher Karnevalsgesellschaft „Mir sin do“ angemeldet. Die Narren konnten viele neue Teilnehmer begrüßen. So hatte sich beispielsweise der FCS Fanclub Blue Dragons erstmals angemeldet und nutzte den aktuellen Pokalrausch, um für den Malstatter Verein zu werben. Die größte Gruppe beim Umzug war die Tanzschule Bootz-Ohlmann. 180 Jugendliche tanzten zu Diskohits auf und hinter ihrem Wagen. Auf einem Sattelzug hatten sie ihre Technik verbaut, wie auch die anderen Gesellschaften, die ihre Prunkwagen meist dem jeweiligen Prinzenpaar vorbehielten und beim Werfen von Süßigkeiten nicht knauserten.

„Wir bitten die Teilnehmer nur, beim Ausgeben von Alkohol zurückhaltend zu sein und verzichten selbst ganz auf Alkohol“, sagte Armin Dissieux von den „Mir sin do“. Schließlich beteiligten sich am Prunkwagen die Jugendgarden, 60 Jugendliche seien zu betreuen, da wolle man ein gutes Vorbild sein. Und daher gelte auch für alle Funktionäre und Betreuer ein alkoholfreier Rosenmontag. Die meisten Gesellschaften mit großen Jugendgruppen sahen das genau so.

In Burbach angekommen feierten die Narren eine große Parade, Tausende säumten die Zugstrecke zu beiden Seiten auf mehreren Kilometern. Die Sicherheit wurde groß geschrieben, in der Kernzone zwischen Bergstraße und Burbacher Markt waren sogar Glasflaschen verboten. „Wir sammeln sie aber nicht ein. Nur wenn jemand auffällt, haben wir eine Handhabe“, erklärte ein Beamter.

Aufatmen hieß es bei den Neunkircher Fastnachtern: Nach der Absage im vergangenen Jahr wegen Sturmwarnung rollte der Zug am Rosenmontag wieder durch die Stadt. Pünktlich um 14.11 Uhr schallten die Böllerschüsse der Wiebelskircher Schiessbuwe von der Scheib bis hinunter zum Mantes-La-Ville-Platz. Das Zeichen dafür, dass sich der Zug in Bewegung gesetzt hatte. Und er war größer, bunter und schöner denn je. Ja, die Zwangspause hat allen Faaseboozen gehörig zugesetzt, umso mehr wurde in diesem Jahr gefeiert. 40 Vereine mit stattlichen 138 Gruppen waren am Start und sorgten mit 1568 Personen für einen Rosenmontagszug der Superlative. Auch was die Besucherzahlen angeht vermeldeten Polizei und Veranstalter – der Neunkircher Karnevalsausschuss – mit rund 120 000 einen Rekord. Die warfen zwar immer mal wieder einen Blick gen Himmel, aber alles blieb in trockenen Tüchern. Petrus hatte nach der Pleite 2019 ein Einsehen und hatte sich offenbar die rote Nase übergezogen. Geworfen wurden nicht nur Blicke zum Himmel, sondern auch allerlei von den Wagen. Alles, was das Kinderherz begehrt: Popcorn, Chips, Kokosbällchen, Gummibärchen, Schweinespeck, Puffreis, Brezeln, Würstchen, Blümchen und Plüschtiere.

Die Polizei hatte bis zum frühen Abend keine größere Zwischenfälle zu vermelden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So war der Rosenmontagsumzug in Burbach (2/3)