Rodenhofer machen in Versammlung ihrem Unmut über Verkehrsprobleme Luft

Kostenpflichtiger Inhalt: Bürger fordern Verbesserungen : Rodenhofer fühlen sich überrollt

Bewohner ärgern sich über Falschparker und Staus. Oberbürgermeister Uwe Conradt kündigt Verbesserungen an.

Ob es nun um Großveranstaltungen mit Tausenden von Besuchern in der Saarlandhalle geht oder um Neuansiedlungen im Quartier Eurobahnhof, wo die Krankenkasse IKK, Faber Kabel und der Regionalverband mit 1500 Mitarbeitern hinziehen: Die Bewohner des kleinen Stadtteils Rodenhof stöhnen wegen des Straßenverkehrs, den all das mit sich bringt. Schon jetzt sind Straßen zugeparkt, Bürgersteige blockiert, zehren Staus und Raser an den Nerven.

Rund 150 Rodenhofer kamen daher am Dienstagabend auf Einladung von CDU und FDP zu einer Protestversammlung. Im überfüllten Pfarrheim St. Albert machten sie ihrem Ärger Luft und erörterten mit Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU), was den Stadtteil vom Verkehr entlasten könnte.

Der neue OB machte nach gut 100 Tagen ernst mit seiner Ankündigung, die Bürger mehr zu beteiligen und ließ die Besucher über ihre eigenen Vorschläge abstimmen. In die Tat umgesetzt ist das mehrheitliche Votum der Bürger für eine Anwohnerparkzone auf dem Rodenhof mit strengeren Ordnungsamt-Kontrollen und die geforderte Tempo-30-Zone in der Grülingstraße freilich noch lange nicht.

Da Conradt sich wegen eines vorangegangenen Besuchs beim Max-Ophüls-Festivals um gut eine Viertelstunde zu der Bürgerversammlung verspätete, gab zunächst Gunter Feneis von der FDP Rodenhof mit einer Präsentation einen Überblick über die Verkehrsprobleme im Stadtteil.

Der Edenplatz auf dem Rodenhof. Foto: Silvia Buss

Die täglichen Staus am Ludwigskreisel und auf der Grülingstraße kamen zur Sprache. Und die Sorge der Anwohner, überhaupt noch einen Parkplatz zu finden. „Da gibt es sogar Parktouristen, die ihr Auto einfach billig hinstellen und dann zwei Wochen in der Karibik sind“, sagte Feneis.

Eine Besucherin beklagte schwere Parkverstöße von Besuchern der Saarlandhalle. Anderen schwant Böses, sollte der Umbau des Ludwigsparkstadions beendet sein. Dann und erst recht beim Bau einer neuen Eventhalle werde alles noch viel schlimmer.

OB Conradt kündigte später an, zur Entlastung bei der Ein- und Ausfahrt in den Ludwigskreisel werde eine dritte zusätzliche Spur geschaffen. Und es solle unter Beibehaltung der Busspur auch für Fußgänger und Radfahrer Verbesserungen geben.

So werde die Anregung geprüft, ob der Lützelbachtunnel als Durchgang nicht besser beleuchtet, verschönert und sicherer gestaltet werden könne, eventuell mit Treppe hoch zur Europaallee. Der Eurobahnhof sei im übrigen ein „idealer Verkehrsknotenpunkt für Menschen, die nicht mit dem Auto rein wollen“, sagte Conradt. Bahn, Saarbahn und Busse böten von dort eine prima Anbindung. Für berufliche Einpendler solle eine Jobticket-Kampagne gestartet werden.

Teilnehmer regten an, ein Parkhaus an der Saarlandhalle zu bauen und von dort Pendel-Busse in die Stadt fahren zu lassen. Außerdem sollten Verkehrsschilder auf dem Rodenhof noch besser auf den dort zugelassenen Anliegerverkehr und die Tempo 30-Zonen hinweisen.

Zum Bau einer Eventhalle sagte Conradt, ihr Standort werde mit einer Findungskommission aus Experten von Stadt und Land sowie mit Bürgerbeteiligung erst noch gesucht. Fest stehe, dass die jetzige Saarlandhalle „eigentlich nicht mehr erneuerbar“ sei und „eine maximale Betriebsdauer von acht bis zehn Jahren“ habe.

Das 80-Prozent-Votum der anwesenden Rodenhof-Bewohner für eine Tempo-30-Zone in der Grülingstraße nahm OB Conradt ebenso mit ins Rathaus wie die 60-Prozent-Zustimmung für Anwohnerparkzonen mit ausgewiesenen Plätzen für 30 Euro im Jahr.

Dazu warb der Rathauschef dafür, Saarbrücker Stadtteil-Probleme über den Mängelmelder der Saarbrücken-App, Telefon 115 oder ihm selbst zu melden. Den Roderhofern rief er zu: „Wir müssen uns irgendwann wieder treffen, und Sie müssen dann berichten, ob was besser geworden ist.“