| 12:39 Uhr

Hundeschwimmen in Riegelsberg
Dieses Freibad ist auf den Hund gekommen

Beim Hundeschwimmen der Gemeinde Riegelsberg am vorigen Mittwoch ist das Freibadbecken – nach dem Ende der „Menschen-Saison“ – ausnahmsweise für die vierbeinigen Besucher reserviert.
Beim Hundeschwimmen der Gemeinde Riegelsberg am vorigen Mittwoch ist das Freibadbecken – nach dem Ende der „Menschen-Saison“ – ausnahmsweise für die vierbeinigen Besucher reserviert.
Riegelsberg. Zum Ende der Saison stand das Riegelsberger Freibad einen Tag lang für vierbeinige Badegäste offen – und die hatten ihren Spaß. Von Thomas Annen

Die ungewohnte Geräuschkulisse bemerken die Besucher schon auf dem Parkplatz. Nicht lachende und juchzende Kinder, sondern fröhlich bellende Hunde geben am Mittwoch im Riegelsberger Freibad den Ton an. Denn nach dem Ende der Menschen-Badesaison lädt die Gemeinde wieder für einen Tag zum Hundeschwimmen ein. Auch Petrus hat ein Herz für die Vierbeiner. „Die Sonne kommt raus“, freut sich Verwaltungsmitarbeiterin Kerstin Müller-Kattwinkel kurz vor Mittag. Ob jung oder alt, klein oder groß, rein- oder gemischtrassig: Viele Hunde nutzen die Gelegenheit zum entspannten Planschen. Sie kommen mit ihren Besitzern, die den Feiertag nutzen, aus Riegelsberg, Völklingen, Bous, Saarbrücken oder Holz. Für ihre haarigen Gäste hat die Gemeinde am Beckenrand extra Einstiegsleitern installiert. Und im Wasser wartet schon das Spielzeug.


„Hol den Ball!“, ruft ein Herrchen. Sein Hund lässt sich nicht lange bitten, mit Karacho stürzt er sich in die Fluten. Einige seiner Kollegen haben mehr Respekt vor dem kühlen Nass. Der beste Freund des Menschen kann zwar von Natur aus schwimmen, doch nicht jeder Hund ist eine geborene Wasserratte. Eine Dame hilft mit einem kleinen Klaps auf den Po nach. Platsch! Na also, geht doch. Eine andere Hundefreundin zieht Schuhe und Socken aus, watet ins Wasser und lockt ihren Schützling mit einem Leckerli.

Labrador Gonzo sitzt oben auf der Rutsche. Runter ins Becken will er aber nicht. „Trau dich!“, sagt Andreas Barth. Doch die Anfeuerung hilft nichts, nach einigen Minuten tritt Gonzo den Rückzug an.



Labrador Alma braucht nicht überredet zu werden. Sie springt jedem Ball nach, den Matthias Lessel und Julia Weinmann ins Wasser werfen. Die Rasse hat so etwas ähnliches wie Schwimmhäute zwischen den Zehen, erklärt Lessel. Sie helfen bei der Entenjagd. Obwohl heute höchstens ein Gummi-Entchen zu erbeuten ist, hat Alma viel Spaß. Bei jeder Ballübergabe wedelt sie mit dem Schwanz. Ein schnelles Schütteln, und weiter geht’s. Erst als sie die weiße Schäferhündin Bella kennen lernt, lässt das Interesse am Apportieren nach.

Es ist nicht die einzige Bekanntschaft, die geschlossen wird. Einige Hunde spazieren nach dem Beschnuppern ums Becken. Andere favorisieren eine wilde Nachlaufjagd quer übers Gelände. „Unglaublich, die machen, was sie wollen“, ruft ein Besucher, „aber es ist ja auch ihr Tag.“ Stimmt, der Hunde-Gast ist heute König. Die Vierbeiner genießen die ungewohnten Freiheiten: keine Einschränkungen, keine Verbote, kein Leinenzwang.

Fürsorglich ist die Betreuung durch die Herrchen und Frauchen. Am Beckenrand hört man viele aufmunternde und lobende Worte. Auf Finn wartet nach dem Schwimmen ein weiches Handtuch. „Er ist ein Findelkind, das im Wald noch mit der Nabelschnur ausgesetzt wurde“, erzählt Ingo Becker, während er seinen Mischling, zum Ende des Badevergnügens, liebevoll trocken rubbelt.

Da geht’s ins Wasser!, zeigt Leonie (3), auf den Schultern ihres Vaters Andreas Barth. Aber Labrador Gonzo will lieber nicht die Rutsche benutzen.
Da geht’s ins Wasser!, zeigt Leonie (3), auf den Schultern ihres Vaters Andreas Barth. Aber Labrador Gonzo will lieber nicht die Rutsche benutzen.
Toller Service: Ingo Becker rubbelt Mischling Finn trocken.
Toller Service: Ingo Becker rubbelt Mischling Finn trocken.