| 17:32 Uhr

Probleme bei der Zustellung
Wenn der Postmann keinmal klingelt

Postzusteller – ein harter Job. Im fürs ganze Köllertal zuständigen Zustellstützpunkt Riegelsberg werden neue Zusteller eingearbeitet – nicht jeder Neuzugang bleibt. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Postzusteller – ein harter Job. Im fürs ganze Köllertal zuständigen Zustellstützpunkt Riegelsberg werden neue Zusteller eingearbeitet – nicht jeder Neuzugang bleibt. Foto: Julian Stratenschulte/dpa FOTO: dpa / Julian Stratenschulte
Riegelsberg. Mit der Briefzustellung hakt es noch beim neuen Zustellstützpunkt für das Köllertal. Neue Zusteller werden eingestellt. Von Marco Reuther

Es hakt noch ein wenig mit der neuen Brief-Verteilung im Köllertal: Seit April betreibt die Post ihren zentralen Zustellstützpunkt (ZSP) für Briefe und Pakete im Riegelsberger Russenweg, der die drei vorherigen ZSP in Püttlingen, Heusweiler und Riegelsberg abgelöst hat.


Unabhängig voneinander hatten sich diese Woche zwei Leser aus Riegelsberg bei uns gemeldet, Manfred Sahner und Friedbert Bickelmann, und berichteten, dass in ihren Straßen an verschiedenen Tagen die Briefpost nicht ausgetragen wurde – in einem Fall auch mal drei Tage hintereinander nicht. Wir sprachen mit Heinz-Jürgen Thomeczek, dem auch für das Saarland zuständigen Pressesprecher der Deutsche Post DHL Group in Frankfurt, der sich vor Ort kundig machte. Thomeczek räumt ein, dass die Beobachtungen der Leser wohl richtig seien: „Seit knapp vier Wochen werden hier neue Leute eingearbeitet, auch, um auf den Weihnachtsansturm vorbereitet zu sein.“ In solchen Phasen laufe es nicht immer reibungslos. Es gebe zudem eine gewisse Fluktuation unter den neuen Kräften, weil die Arbeit dann doch schwerer sei, als es sich der ein- oder andere Bewerber vorgestellt habe – „es ist ein harter Job“, so Thomeczek. Gerade dieser Tage würden erneut 30 Bewerber getestet.

Immer mal wieder komme es anfangs auch – „warum, weiß ich nicht“ – zu einem ganz bestimmten Fehler: „Wer seine Tour nicht ganz schafft, der soll eigentlich am nächsten Tag dort weitermachen, wo er am Vorabend aufgehört hat“, doch mitunter komme es vor, dass die Tour wieder am Anfang begonnen und die betroffene Straße dann wieder nicht bedient werde.



Die Mitarbeiter (Subunternehmer kämen nicht zum Einsatz) bekommen zwar bestimmte Gebiete zugewiesen, da jedoch an sechs Tagen die Woche ausgeliefert wird, müssen auch immer wieder Springer zum Einsatz kommen, die sich dann – zumal wenn sie noch nicht so lange dabei sind – nicht so gut im jeweiligen Bezirk auskennen.

Wie sieht es eigentlich mit den Arbeitszeiten der Mitarbeiter aus? Bei 38,5 Wochenstunden liege das Durchschnitts-Soll – einschließlich Pausen – bei 7 Stunden und 42 Minuten pro Tag. Da die Belastungen an den einzelnen Wochentagen jedoch unterschiedlich sei – so muss montags in der Regel vergleichsweise wenig, samstags dagegen viel ausgeliefert werden –, sind die tatsächlichen Zeiten pro Tag unterschiedlich. Erlaubt seien aber maximal 10 Stunden und 45 Minuten (einschließlich 45 Minuten Pause).

Der – nach Tarif bezahlte – Stundenlohn für Zusteller hänge auch von der Region ab, liege aber immer über dem Mindestlohn. (Derzeit beträgt der Mindestlohn brutto 8,84 Euro pro Stunde). Im Durchschnitt liege der Stundenlohn für Postzusteller in Deutschland bei etwa 13,50 Euro und variiere zwischen 12 Euro und den in einem Spitzengebiet gezahlten 18 Euro. Die neuen Bewerber kämen teils vom Arbeitsamt, teils aber auch aus Eigeninitiative, zumal die Post derzeit mit einer Werbekampagne nach neuen Leuten suche, was insbesondere an der Zunahme der Paketsendungen liege: „Die Paketmengen explodieren“, so seien in den vergangenen drei Jahren bundesweit etwa 12 000 neue Kräfte fest eingestellt worden.

Im Schnitt werden bundesweit inzwischen 4,6 Millionen Sendungen täglich zugestellt – in der Weihnachtszeit sogar rund elf Millionen. So suche man gerade auch für die Weihnachtszeit neue Kräfte. Von denen aber wohl, das ist Thomeczeks Worten zu entnehmen, nicht jeder dauerhaft übernommen wird.

Auch dass es, wie von unseren Lesern geschildert, manchmal sprachliche Verständigungsschwierigkeiten mit Zustellern geben kann, räumt Thomeczek ein. Man achte aber bei der Einstellung darauf, dass die neuen Mitarbeiter unsere Schrift lesen können und dass es am polizeilichen Führungszeugnis nichts zu beanstanden gibt. Auch ein Führerschein sollte möglichst vorhanden sein, unter Umständen werde auch Fahrradfahren akzeptiert. Thomeczek betont auch: „Grundsätzlich sind wir ja froh, wenn wir Rückmeldungen bekommen, wo es hakt“, denn dann könne man Probleme auch besser beheben. – Allerdings: Die Telefonnummern für Beschwerden sind nicht eben einfach zu finden.

DHL-Kundenservice: Tel. (02 28) 4 33 31 12, täglich 7 bis 20 Uhr.