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„Wir helfen mit Personal, das wir nicht bekommen“

„Wir helfen mit Personal, das wir nicht bekommen“

Die Betreuung der 64 Flüchtlinge in Riegelsberg laufe sehr gut, hieß es im Rat. Doch „perspektivisch“ könnten es 300 bis 500 werden, dann „sind wir mit unseren Einrichtungen am Ende“, so Bürgermeister Häusle.

Derzeit leben 64 Flüchtlinge in Riegelsberg und Walpershofen, nächste Woche kommen zehn hinzu, bis Jahresende wird mit 75 weiteren gerechnet, perspektivisch soll der Zuwachs bei 300 bis 500 liegen. So schilderte es Bürgermeister Klaus Häusle (SPD ) in der Gemeinderatssitzung, die sich mit der Lage der Flüchtlinge im Ort beschäftigte.

22 Flüchtlinge sind in Wohnungen untergebracht, für die sie selbst Mietpartner sind. 33 leben in Wohnungen , die von der Gemeinde angemietet wurden, neun in ehemaligen Schulen in Walpershofen. "Das klappt im Moment noch ganz gut", so Häusle, "aber wenn die 300 bis 500, wie vom Ministerium angekündigt, Realität werden, sind wir mit unseren Einrichtungen am Ende."

Dass die Betreuung derzeit sehr gut funktioniere, hänge damit zusammen, dass sich ein "gemeindeinternes Rathausteam" um Christian Schell um sie kümmere. Schell stellte die Arbeit seines Teams mit einem gehörigen Schuss Sarkasmus vor: "Wir bringen Flüchtlinge in Wohnungen unter, die nicht vorhanden sind, rüsten sie mit Möbeln aus, die deutschlandweit ausverkauft sind und helfen mit Personal und Geld, das wir nicht bekommen."

Schell wies auch auf Probleme hin: Es müssen immer wieder externe Dienstleister hinzugezogen und bezahlt werden. Etwa, wenn ein Elektroherd in eine Wohnung gebracht wird. Mitarbeiter des Bauhofes dürfen diesen Herd nicht anschließen, also muss ein externer Elektriker her.

Kerstin Halladin, Geschäftsführerin der ABG, hob das Engagement der Ratsmitglieder Birgit Huonker (Linke) und Jutta Christmann (CDU ) hervor, die sich unpolitisch engagieren und das Patensystem am Laufen halten. "Ohne diese beiden Damen und das Team um Christian Schell wäre das alles nicht zu machen", sagte Halladin. Personell sei auch die ABG am Limit, deshalb forderte Halladin: "Eine zweite Dolmetscherin muss her."

Bürger engagieren sich

Viel Lob für die Arbeit der ABG und des Rathausteams gab es von Ratsmitgliedern. Stephan Müller-Kattwinkel (CDU ) sagte: "Wir haben in Riegelsberg eine Willkommenskultur, die ihresgleichen sucht. Sie steht nicht nur auf dem Papier, wir leben sie auch. Darauf können wir stolz sein." Ingbert Horn (SPD ) würdigte die Leistung der Ehrenamtlichen, die diese "trotz widriger Umstände erbringen". Bürgermeister Häusle gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass sich weitere Bürger dieser ehrenamtlichen Aufgabe widmen. "Auch bei zunehmender Zahl der Flüchtlinge ", sagte Häusle. Er kündigte an: "Wenn die Zahlen in die Höhe gehen, müssen wir hausintern nochmal über weiteres Personal nachdenken."