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Wie ein Stoffbeutel im Riegelsberger Rat Politik machte

Wie ein Stoffbeutel im Riegelsberger Rat Politik machte

Politik kann manchmal eine recht trockene Angelegenheit sein, aber mitunter gibt's auch mal was zum Schmunzeln: Melanie Dell (FDP) sorgte in der jüngsten Riegelsberg Gemeinderatssitzung für einen hohen Puls beim Vorsitzenden der CDU-Fraktion, denn wenige Tage vor der Landtagswahl machte sie mit einer gelben Stofftasche, auf der die Buchstaben ihrer Partei prangten, unerlaubte Wahlwerbung: Sie platzierte die Tasche so provokant an ihrer Schreibtischkante, dass sie dem CDU-Sprecher Stefan Müller-Kattwinkel sofort ins Auge fiel. Müller-Kattwinkel wollte daraufhin von Bürgermeister Klaus Häusle (SPD) wissen, ob der denn gar nichts gegen diese unerlaubte Wahlwerbung unternehmen wolle - wobei allerdings an diesem Tag kein Publikum im Rat war, die Tasche konnte also allenfalls Ratsmitglied von CDU, SPD, Linke oder Grüne zu einer Stimmabgabe für die FDP verleiten. Bürgermeister Häusle befürchtete allerdings nicht, dass sich ein Ratsmitglied oder ein Mitglied der anwesenden Verwaltungsspitze von einer Stofftasche beeinflussen lassen würde. Und da halt ansonsten kein einziger Bürger der Gemeinderatssitzung beiwohnte, verzichtete Häusle darauf, Melanie Dell zu maßregeln.

Ludwig Dryander (Linke) analysierte messerscharf: "Die Angst der CDU vor der FDP scheint ja riesengroß zu sein." Und Hans-Jürgen Marowsky (Grüne) atmete auf: "Zum Glück hat Herr Müller-Kattwinkel nicht die Kugelschreiber und Notizblöcke mit den Logos der anderen im Rat vertretenen Parteien gesehen, sonst wäre es sicher zu einem Eklat gekommen."