Wenn Busse nicht zum Zug kommen

Bald ist es vollbracht. Ab 6. Oktober soll die Saarbahn im Linienbetrieb bis Lebach fahren. Bisher enden die Züge aus Richtung Saarbrücken am Heusweiler Markt, nun kommt das 9,2 Kilometer lange Teilstück in die Theelstadt hinzu.

Die gute Nachricht ist jedoch mit einer schlechten für das Köllertal verbunden: Die Regionalbuslinie R 9 von Lebach über Heusweiler und Riegelsberg nach Saarbrücken wird aller Voraussicht nach Mitte Dezember eingestellt. Nach dem saarländischen Gesetz für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sind Parallelverkehre zu vermeiden. Und die Linienführung der R 9 ist nahezu identisch mit dem Weg, den die Saarbahn nimmt.

Die zuständige Genehmigungsbehörde bei der Verkehrsmanagement-Gesellschaft Saar hat deshalb zwei Anträge zum Weiterbetrieb der R 9 abgelehnt. Bitter für die Menschen, die in Riegelsberg am Stumpen oder im Heusweiler Ortsteil Dilsburg wohnen. Durch den Wegfall der R 9 wären beide Gebiete vom ÖPNV abgehängt und nicht mehr an die Saarbahn angebunden. Die Gemeinden Heusweiler und Riegelsberg suchen nun mit der Saarbahn GmbH nach einer Lösung: einer gemeinsamen Buslinie für beide Orte.

Ihr bisher im Weg steht das liebe Geld. Nach SZ-Informationen soll das Nahverkehrsunternehmen insgesamt 200 000 Euro im Jahr von den Kommunen fordern, diese wollen jedoch keinen Cent zahlen.

Warum auch? Bisher zahlen sie ja auch nichts. Saar-Pfalz-Bus bedient die Linie R 9 auf eigene Rechnung und würde das weiter gern tun, darf aber nicht. Und mit der Püttlinger Firma Lay gibt es einen zweiten Interessenten. Beide kommen nicht zum Zug - und Menschen warten vergeblich auf den Bus.