Weg mit dem Kohlendioxid

Für die Entstehung von 101 000 Tonnen CO2 sorgten Riegelsberg und seine Bewohner im Jahr 2010. Einsparmöglichkeiten gibt es bei der Kommune, aber vor allem im privaten Bereich, etwa durch besser eingestellte Heizungen.

Erstmals wurden Ideen für ein Riegelsberger Klimaschutzkonzept im Juli im Rahmen eines Workshops vorgestellt (wir berichteten), jetzt präsentierte Eva Kiefer von der "Arge Solar" in der Walpershofer Köllertalhalle die ersten Zwischenergebnisse. Das Konzept soll die Klimaschutzziele der Bundesregierung unterstützen, wonach bis zum Jahre 2050 der CO2-Ausstoß um 80 Prozent gesenkt werden soll.

Dazu wurde zunächst eine Bestandsaufnahme aller Gebäude in Riegelsberg gemacht und der Verkehr sowie die Mobilität untersucht. Mit dem Ziel, eine CO2-Bilanz für Riegelsberg zu ermitteln und Einsparmöglichkeiten für CO2 und Energie zu finden. Als Ausgangspunkt für die Untersuchungen wurde das Jahr 2010 gewählt (Basisjahr). 2010 wurden in Riegelsberg 38 Millionen Kilowattstunden Strom verbraucht, was einen Ausstoß von 19 000 Tonnen CO2 bedeutet. Dazu kommen 71 000 Tonnen CO2 (entspricht 154 Millionen Kilowattstunden) aus dem Wärmeverbrauch aller Gebäude und 11 000 Tonnen (rund 65 Millionen Kilowattstunden) aus dem Straßenverkehr.

"Insgesamt entstanden 2010 in Riegelsberg also 101 000 Tonnen CO2. Bei 14 600 Einwohnern entspricht das 6,9 Tonnen pro Einwohner", sagte Eva Kiefer. Der bis 2050 zu erreichende Wert liegt bei zwei Tonnen pro Einwohner.

Einsparpotenziale gibt es im Bereich der Straßenbeleuchtung, wo durch Umrüstung auf LED-Leuchten 16 000 Tonnen CO2 eingespart werden könnten. Außerdem müsste in zwei Dritteln aller Häuser die Heizung verbessert werden. Der Verwaltung wird empfohlen, die Beleuchtung in ihren Hallen zu verbessern und die Gebäude energetisch zu optimieren. Einsparpotenzial böten auch die erneuerbaren Energien. So empfiehlt die Arge Solar, dass die Kommune die beiden möglichen Konzentrationszonen für Windkraftanlagen (Fröhner Wald und Am Strebchen, Bericht folgt) nutzen und ausbauen soll. "Zehn Windkraftanlagen könnten den Stromverbrauch in Riegelsberg zu 150 Prozent decken", sagte Kiefer.

Auch der Ausbau von Solaranlagen wird empfohlen. Weil es in Riegelsberg dafür aber keine Freiflächenanlagen gibt, solle der Ausbau auf privaten und kommunalen Dächern erfolgen.

Als nächstes wird die Arbeitsgruppe die Bürger mit Fragekatalogen mit einbeziehen, noch mehr Einsparmaßnahmen beschreiben sowie einen Maßnahmenkatalog und ein Wärmkataster erstellen. "Es gibt Potenziale und Handlungsbedarf in Riegelsberg", bilanzierte Eva Kiefer. Bürgermeister Klaus Häusle: "Jetzt haben wir den ersten Zwischenschritt gemacht und gesehen, wo Potenziale sind und wie wir damit umgehen sollen. Es gibt noch viel zu tun. Insbesondere im Bereich Windkraftanlagen."

Zum Thema:

HintergrundDie chemische Abkürzung CO2 steht für Kohlenstoffdioxid, meist einfach nur Kohlendioxid genannt. CO2 ist ein farb- und geruchloses Gas, das sich aus Kohlenstoff und Sauerstoff zusammensetzt. Es ist ungiftig und kommt auch in der Natur vor, doch die zusätzliche Erzeugung durch den Menschen (in Industrie-, Auto- und Haushalts-Abgasen und in der Landwirtschaft) begünstigt den Treibhauseffekt und somit den Klimawandel. Die Gemeinde Riegelsberg will ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten, Energie soll effizienter eingesetzt und weniger klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) ausgestoßen werden. Daher hat die Gemeinde die ARGE Solar und deren Projektpartner IZES GmbH und ATP (Axel Thös Planung) beauftragt, ein Klimaschutzkonzept zu erstellen. dg