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Was Riegelsberg für die Erde tun kann

Was Riegelsberg für die Erde tun kann

Weltweit gesehen ist es sicher nicht viel, doch es ist ein kleines Steinchen des Ganzen: Riegelsberg will unter anderem durch reduzierten Energieverbrauch den Ausstoß des Gases Kohlenstoffdioxid (C02) reduzieren, um zum Klimaschutz beizutragen.

Die Gemeinde Riegelsberg hat es sich zur Aufgabe gemacht, die von der Bundesregierung vorgegebenen Ziele im Bereich Klimaschutz zu unterstützen und Maßnahmen in die Wege zu leiten, damit der CO2-Ausstoß bis zum Jahre 2050 um 80 Prozent gesenkt werden kann. Deshalb wurde vor zwei Jahren die Arge Solar damit beauftragt, ein Klimaschutzkonzept für Riegelsberg zu erstellen. Erste Zwischenergebnisse wurden dem Gemeinderat bereits im September 2013 präsentiert (wir berichteten), jetzt stellten Eva Kiefer und Ralph Schmidt von der Arge Solar dem Gemeinderat das fertige Klimaschutzkonzept vor. Der Gemeinderat verabschiedete dazu ein Leitbild (siehe Infokasten).

In Riegelsberg liegt der durchschnittliche pro Jahr verursachte CO2-Ausstoß - resultierend aus Stromverbrauch, Heizungsanlagen und Straßenverkehr - bei etwa 94 000 Tonnen. Fast 84 Prozent des Stroms, der in Riegelsberg durch die Leitungen fließt, wird in den privaten Haushalten verbraucht, "ähnlich sieht es bei der Heizwärme aus. Hier gibt es also die größten Handlungsspielräume", erklärte Kiefer.

Etwa 200 Seiten umfasst das Klimaschutzkonzept für die Gemeinde Riegelsberg . Darin sind auch rund 50 Möglichkeiten als "Handlungsoptionen" genannt, wie der Energieverbrauch in Riegelsberg reduziert werden könnte. So gebe es große Einsparmöglichkeiten im Bereich der kommunalen Liegenschaften. Hier werden Dach-, Fenster- und Heizungserneuerungen vorgeschlagen. Bei der Straßenbeleuchtung könnten durch das Umrüsten auf LED-Leuchten alleine 16 000 Tonnen CO2 eingespart werden. Zudem wird empfohlen, die Beleuchtung in den Hallen zu verbessern. Auch die im Fröhner Wald geplanten Windräder würden - so sie denn kommen - den CO2-Ausstoß deutlich reduzieren. Auch der Ausbau von Solaranlagen wird empfohlen, doch weil es in Riegelsberg dafür keine Freiflächen gibt, müsste dieser Ausbau auf privaten und kommunalen Dächern erfolgen.

Bürgermeister Klaus Häusle (SPD ) betonte, dass der Klimaschutz in den nächsten 20 Jahren ein zentrales Thema für Riegelsberg sei. "Positiv überrascht hat mich, welches Potenzial alleine im Bereich Solarenergie und Dämmung besteht. Ich hätte nicht erwartet, dass man schon damit die uns gesteckten Ziele erreichen kann." Häusle betonte aber auch: "Wenn wir diese Ziele erreichen wollen, geht es nur über Kommunikation und Information der Bürger."

Mit den Stimmen von CDU , SPD und Grünen (die Linke und die FDP enthielten sich) verabschiedete der Gemeinderat ein Leitbild. Es soll eine Absichtserklärung sein, die entwickelten Klimaschutzmaßnahmen sukzessive und im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten bis zum Jahre 2050 umzusetzen.

Zum Thema:

Auf einen Blick Leitbild Klimaschutz : Vier Ziele wurden gesteckt: der CO2-Ausstoß in Riegelsberg soll deutlich gesenkt werden - innerhalb von fünf Jahren strebt man einen Rückgang um 55 Prozent im Vergleich zu 1990 an. Die Erneuerbaren Energien sollen ausgebaut werden. Eine nachhaltige Mobilitätsstruktur soll entwickelt werden (Will heißen: es sollen Voraussetzungen geschaffen werden, dass die Bürger weniger mit dem Auto fahren). Und die Bürger sollen durch Information, Kommunikation, Bewusstseins- und Wissensbildung sowie einer Netzwerkbildung dauerhaft mit einbezogen werden. Zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes soll die Stelle eines "Klimaschutzmanagers" geschaffen werden. Dessen Gehalt würde zu 65 Prozent aus den zu erwartenden Fördergeldern bezahlt. dg

Zum Thema:

HintergrundCO2 ist die chemische Abkürzung für das nicht brennbare, farb- und geruchlose Gas Kohlenstoffdioxid, das umgangssprachlich meist nur Kohlendioxid genannt wird. Das natürlich vorkommende CO2 ist ein wichtiger Bestandteil unserer Lebensumwelt. CO2 entsteht zum Beispiel durch den Stoffwechsel von Tieren und Menschen bei der Ausatmung. Auch gestorbene Tiere und abgestorbene Pflanzen setzen CO2 frei. Lebende Pflanzen wiederum nehmen mit Hilfe von Sonnenlicht und Fotosynthese CO2 auf und setzen dafür Sauerstoff frei.Auch durch Vulkane kann CO2 "natürlich" freigesetzt werden.Doch der Mensch erzeugt zusätzlich CO2 nicht zuletzt durch das Verbrennen fossiler Rohstoffe wie Erdöl und Kohle. So gelangt über Autoabgase, Industrieabgase und private Heizungen zusätzliches Kohlendioxid in die Erdatmosphäre, fördert Treibhauseffekt und Klimaerwärmung. red