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Was es mit dem Hexenstein im Wald bei Riegelsberg auf sich hat

Geheimnisvolles Gebilde : Der Pate des Hexensteins

Leo Strempel kümmert sich um den mächtigen Gesteinsbrocken im Wald bei Riegelsberg.

Leo Strempel hat kürzlich den Bericht „Vom Hunsrück nach Riegelsberg gespült“ in der SZ-Serie über Naturdenkmäler in unserer Region gelesen. Darin geht es um die Gesteinsbrocken im Riegelsberger Forst, die kurz vor dem Ortseingang Holz nahe der Saarstraße im Wald liegen. Nach der Lektüre meldete sich der 70-Jährige bei der SZ und meinte, „der größte und schönste dieser Steine“ sei unerwähnt geblieben. Nämlich der Hexenstein im Riegelsberger Lampennest, einige Kilometer von den anderen entfernt.

Auch der Hexenstein gehöre zum „Holzer Konglomerat“, sagt Strempel zu den Steinen, in die Hunderte Kiesel eingeschlossen sind. Wissenschaftler sind sicher, dass diese Steine aus dem Hunsrück angespült worden sind. Das hätten Untersuchungen des Quarzits ergeben, aus denen die Steinblöcke im Saarland bestehen und das mit dem Quarzit im Hunsrück chemisch identisch sei (die SZ berichtete).

Wie es der Zufall will, rückte der  Gesteinsbrocken im Lampennest just ein paar Tage vor Erscheinen des SZ-Berichts in den Blickpunkt der Anwohner. Der Hexenstein sei zugewuchert, sagten Nachbarn Leo Strempels Sohn Sebastian, der Naturschutzbeauftragter in Riegelsberg ist. Leo Strempel machte sich ans Werk, entfernte Äste und Moos. Jetzt ist der Koloss aus Stein, ein paar Meter vom Wegesrand entfernt, wieder gut sichtbar.

Doris Diehl-Strempel, Leo Strempels Ehefrau, berichtet, dass sich Geschichten um den Hexenstein ranken. Die Stelle sei in den fünfziger und sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts Treffpunkt für Sinti und Roma gewesen, die einmal im Jahr für mehrere Tage dort ihr Lager aufschlugen. „Sie haben bei uns im Restaurant Geige gespielt, mein Vater hat ihnen Getränke gegeben und von Nachbarn haben sie Fisch aus dem Weiher bekommen“, erzählt die 72-Jährige. Ihr Vater Erwin Diehl baute 1957 das so genannte Haus Waldeck am Ende der Lampennester Straße, das ein Restaurant und eine Pension beherbergte. Und zwar für rund 15 Jahre, seither wird das stattliche Gebäude als Wohnhaus genutzt.

Bleibt die Frage, woher der Name Hexenstein rührt. Leo Strempel glaubt: „Dinge, für die Menschen keine Erklärung hatten, waren für sie wie verhext.“ Und so sei für den Gesteinsbrocken im Lampennester Wald im Volksmund die Bezeichnung Hexenstein aufgekommen.